Velolift in Trondheim, bald auch in Genf?

Velolift in Trondheim, Norwegen Gestern stand in der Sonntagszeitung, dass der Stadtpräsident von Genf sich überlegt Velolifte an steilen Strassen einzurichten. Laut einer Studie der Uni Genf eignen sich 26 Standorte für einen solchen Lift.

Im norwegischen Trondheim läuft bereits seit 16 Jahren ein solcher Lift und führt dazu, dass 90 % der 30'000 Studenten dort das Velo wirklich überall nutzen können. In den 16 Jahren hat der Lift über 220'000 Velofahrerinnen und Velofahrer den Hügel hochgebracht. Vereinfacht gesagt besteht der Lift aus einem Pedal, auf dem man mit einem Bein steht, während man darauf hochgeschoben wird. Mehr Infos gibt es auf der Webseite vom Trondheimer Velolift (nur auf Englisch).

Ein YouTube-Video zeigt, wie der Lift funktioniert.

Wäre das auch etwas für Schweizer Städte? Gerade in hügeligen Städten wie Zürich oder auch Lausanne wäre ein Velolift sicher ein Anreiz, mehr das Velo zu nutzen. Damit würden sicherlich mehr Velofahrerinnen und Velofahrer neu aufs Velo umsteigen, beispielsweise zum Pendeln. Aber auch Leute, die bisher schon im Sattel unterwegs sind, würden vereinfacht den Berg hochkommen. Wer übrigens die ganz krassen Steigungen als sportliche Herausforderung sieht, kann ja auch weiterhin da raufkraxeln - kein Problem. ;-)

Foto von kjd auf Flickr


Critical Mass in Basel am 11. September

Am 11. September 2010, ab 14 Uhr, findet wieder einmal ein Critical Mass in der Schweiz statt. Um 14 Uhr trifft man sich beim Brunnen vor dem Kunstmuseum, danach geht es auf dem Velo auf eine Runde durch die Stadt.

critical mass auf Facebook


Acht Tipps für sicheres Velofahren

Inspiriert von zwei Artikeln von US-amerikanischen Blogs über sicheres Velofahren, habe ich mir einmal selber darüber Gedanken gemacht, wie ich meine Sicherheit erhöhen kann. Entstanden ist diese, natürlich nicht abschliessende Sammlung von acht Tipps.

Neue Mietvelos in London Schütze dich! Auch wenn der Helm nicht obligatorisch ist, er schützt.

Nicht eintauchen. Bei Parklücken nicht eintauchen und dann wieder (für die Nachfolgenden unerwartet) auftauchen. Sicherlich kannst du bei längeren "Löchern" etwas mehr über die Parkplatzlinie fahren, aber danach Vorsicht beim wieder herausfahren.

Richtungswechsel anzeigen! Blinken ist auch für Velofahrer obligatorisch. Blinken sorgt für Sicherheit, denn so wird man in einer Linkskurve nicht überholt, kann Überholmanöver anzeigen und hilft den Nachfolgenden unerwartete Bremsmanöver vorherzusehen.

Shoulder check. Eigentlich das einfachste, aber oft sehr nützlich. Bevor du irgendetwas wie Abbieten oder Überholen machst, immer kurz über die linke Schulter schauen. Hilft übrigens auch, um zu sehen, wie nahe ein folgendes Auto ist und wie viel Platz noch da ist.

Licht an. Licht ist unverzichtbar. Im Dunkeln sieht man Velorfahrer ohne Licht überhaupt nicht - das ist gefährlich.

Velopause im Hydepark, London (via fprado) Nimm dir Platz! Der Abstand zum rechten Strassenrand sollte genügend gross sein. Nicht, um Autofahrer zu ärgern, aber damit du eine Sicherheitsmarge hast und du gesehen wirst. Eine gute Position in der Spur und auf der Strasse verhindert, dass du unnötig und gefährlich überholt wirst. Besonders im langsamen Verkehr und wenn du das Tempo mitfahren kannst, ist eine Position in der Spurmitte sicherlich empfehlenswert.

Nimm dir Zeit! Lieber einmal jemand anderem den Vortritt lassen, als sich immer durchzudrücken. Natürlich darf jede und jeder Volldampf durch die Strassen düsen, aber immer mit offenen Augen. Wer sich Zeit nimmt, spart sich auch Ärger und Aufregung.

Schau dich um. Wenn du in die Mitte der Spur schwenkst, damit du eine bessere Position bekommst, schau dich auf jeden Fall um. Eine Idee davon zu haben, wer ungefähr wo wie um dich herum fährt ist sehr nützlich. Denn so kannst du frühzeitig gefährlichen Situationen aus dem Weg gehen.

Fotos von FALHakaFalLin und fprado auf Flickr


Kinder nicht mit dem Auto zur Schule fahren!

Nächste Woche beginnt wieder die Schule und damit für viele Eltern wieder die Zeit, in der sie ihre Kinder zur Schule fahren - mit dem Auto. Nun hat das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) heute verlauten lassen, dass das gar nicht so gut ist. Denn die Kinder bewegen sich zu wenig, wie eine im April veröffentlichte Studie zeigt.

Von Mitte der 90er-Jahre bis 2005 stieg der Anteil der per Auto zur Schule gefahrenen Kinder von gut zehn Prozent auf knapp vierzehn! Gleichzeitig nahm der Anteil der Fussgänger ab.

Die Gründe für das Verhalten der Eltern ist sicherlich vielschichtig. Einerseits wollen sie den Kindern das Leben erleichtern, andererseits halten sie die Strassen für zu gefährlich. Gegen Sicherheitsproblem lässt sich aber etwas machen. Einerseits können Kinder lernen, wie sie zu Fuss oder auf dem Velo sich im Strassenverkehr bewegen müssen, andererseits sind z.B. durch Absätze abgetrennte Velostreifen auf grösseren Strassen nötig.

Bereits gibt es, ähnlich wie biketowork für Erwachsene, bike2school. Mit dieser Kampagne von Bund und Pro Velo sollen mehr Schüler auf dem Sattel an der Schule ankommen.

Eine andere Lösung ist der in der Westschweiz populäre Pédibus. Anstatt im Auto oder Bus laufen die Schülerinnen und Schüler jeden Morgen die Strecke gemeinsam mit einigen Erwachsenen. Das ganze ist sicher und wie bei einem Bus gibt es mehrere Routen.

Also: Einen guten Schulanfang und viel Bewegung!


Ferienzeit - Fahrradmiete in grossen Städten

Hier im AUTOLOS Blog haben wir bei verschiedenen Gelegenheiten über den Boom von Velo Verleihsystemen berichtet. Alle europäischen Cities, die was auf sich halten (ausser Zürich - no comment...) bieten der Bevölkerung und/oder den Touristen gratis oder sehr preiswert Fahrräder für die kombinierte Mobilität an: Barcelona, Mailand, Paris, London, Wien, und, und und... Aktuelle Berichte über die unterschiedelichen Konzepte: Was habt ihr für Erfahrungen mit der Fahrrad Miete gemacht? gibt es irgendwo gute und aktuelle Übersichten über alle Städte und die notwendigen Anmeldeprozeduren bzw. Websites dazu? Danke.


Strom und Design - die neuen Tankstellen

Vor einigen Tagen sind wir über diesen interessanten Beitrag drüben bei Hochparterre gestolpert (war ja auch hoch, das Parterre ;-) Andreas Herzog hatte in einer 3-teiligen Beitragsserie mit dem Titel «Vehicle-to-Grid» sehr interessante Aspekte der Elektromobilität beleuchtet.

Im dritten Beitrag geht es um das Design von Tankstellen zum Stromtanken
Hier die links zu den anderen beiden Beiträgen: Parallel zu diesem Beitrag habe ich einen Kommentar zum Thema Elektro Autos verfasst, den ich auszugsweise gerne wiedergebe:
Zwei Aspekte sind meiner Meinung nach kritisch zu diskutieren: 1) es gibt eine kleine aber ernstzunehmende Nachfrage nach Elektromobilen, v.a. für stinknormale Wagen, keine teuren Fhz. – Wieso hat es die die Autoindustrie im 2010 nicht geschafft, alltagstaugliche Elektrofahrzeuge in Serie zu produzieren.
2) bei allem Lob und Freude für Fahrzeuge mit Alternativ Antrieb, das Verkehrsaufkommen darf nicht unbegrenzt weiterwachsen, v.a. nicht in den Städten. Das wäre fatal.

Hier geht's zum Posting von Leumund mit dem Titel "Tesla – Think different"


Die neuen T-Shirts sind eingetroffen!

Zum Velofahren sind die Temperaturen ja schon voll OK und bald können wir dann wirklich im Tischi (T-Shirt) rumlaufen. Wer hier also das druckfrische AUTOLOS - FRISCH, FRECH UND ZUKUNFTSWEISEND Shirt in weisser Ausführung mit hochqualitativen Flockdruck möchte, bitte mit einem Kommentar melden.

autolos shirt weiss

Das schwarze #autolos T-Shirt hat Florin zu Demozwecken bei gefühlten 3° Celsius Aussentemperatur zum Videoshooting angezogen, das war aber frisch! Wer das Rivella Posting bzw. den Video noch nicht gesehen hat (Stichwort: Ostereier sind immer gut versteckt) - hier der Link zum AUTOLOS Portrait auf Youtube, viel Spass mit dem "Schwiizerdütsch"

update vom 16. April
also ganz gratis gibts leider nix... hier das T-Shirt Preismodell (Stand April 2010):
  • Schweiz: CHF 29,- inkl. Versand
  • Austria und Germany: EUR 20,- inkl Versand
  • bei persönlicher Übergabe der Shirts CHF 25,- bzw. EUR 17,-
Bitte um e-mail mit der Versandadresse an autolos [dot] com [at] gmail [dot] com


WIR SIND ZWEI - AUTOLOS feiert den 2. Geburtstag

Wenn ich das erste posting vom 29. Februar 2008 nocheinmal durchlese (2008 war ja ein Schaltjahr) wird mir klar, dass die Zielsetzung und Geisteshaltung nach wie vor 100% stimmt. Zwei kleine Geschichten zur Illustration
1) Vor zwei Wochen hat es ein Journalist der NZZ am Sonntag für die Jugend in Paris folgendermassen beschrieben (übrigens ein toller Artikel, der online nicht aufzufinden ist): Gelobt sei, was mobil macht, lautet das Credo derer, die auf iPhone und iPad stehen und mit möglichst leichtem Gepäck durchs Leben gehen wollen. Und um mobil zu sein, bietet sich in Paris vieles an: Bus- und Bahnbillete, Roller, Velo, Mofa, geliehen, geleast oder gemietet. (...)
58 Prozent aller erwachsenen Bewohnerinnen und Bewohner von Paris besitzen gar kein Auto!


flog und lerouge unterhalten sich #a380 WOW! Damit liegt Paris mit seiner autolos Quote ja noch höher als die Stadtbevölkerung in der Schweiz. Peugeot hat ja schon früher Velo produziert und Paris wird im September 2011 mit Mietservice "Autolib" mit 3000 Elektrofahrzeugen an den Start gehen, da können sich andere Städte ein Beispiel nehmen.

2) Als ich im Januar 2010 sehr interessiert die erste Landung vom A380 in Zürich via twitter mitverfolgt habe (siehe Fotos via twitter von Peter Hogenkamp) gab es eine hübsche Conversation mit lerouge, der wegen meiner Begeisterung für Kerosinfressende Donnervögel etwas irritiert war (vgl. screenshot der tweets)

ich denke, das gibt ganz gut wieder, wieso jetzt ein Umdenken in Sachen Auto notwendig ist. Die Nachfrage nach alternativer Mobilität muss massiv zunehmen, sonst fällt die Autoindustrie nach dem Schock von 2008/2009 wieder in ihre alte Gangart zurück. JETZT SCHALTEN (auch wenn es kein Schaltjahr ist).


Können Autos «öko» sein? Diskutieren Sie mit

Eben auf den Elektrowagen "Urban Commuter" (UC) von Rinspeed aufmerksam geworden, die ganze Diskussion zum Thema können Autos «öko» sein? drüben bei Coop.

urban commuter von rinspeed

Wo das Fahrzeug in Kürze zu sehen sein wird, sagen wir hier lieber nicht ;-)
Offenbar unterstütz Coop das ganze Projekt, wie hier zu lesen ist.


Ältere Menschen sind umweltfreundlicher - zumindest beim Autokauf

In der aktuellen Coop Zeitung (Schweiz) werden die Ergebnisse zu folgender repräsentativer Umfrage publiziert: "Welches Kriterium ist Ihnen beim Kauf eines Autos am wichtigsten?" Beinahe 40 Prozent erachten den tiefen Verbrauch als wichtigstes Kriterium, bei den über 50 jährigen sindes sogar 45% die ein sparsames Vehikel möchten. Hier die Details als Screenshot:

Ergebnisse der Umfrage Kriterien beim Autokauf

Hinweis:
vor knapp zwei Jahren habe wir hier auf AUTOLOS auch schon auf eine andere Coop Umfrage hingewiesen, damals ging es um die Schmerzgrenze beim Benzinpreis. Ob das Kriterium "tiefer Verbrauch" bei der aktuellen Umfrage wohl auch damit zusammenhängt oder ob es hier wirklich um die Umwelt geht? wir wissen es nicht.


Followfriday #ff - Bitte sofort bei Twitter anmelden und AUTOLOS folgen

Heute Freitag 22. Januar werden wir für den Twitteraccount von @autolos mal richtig die Werbetrommel rühren! Es ist FollowFriday - please follow me!

#ff @autolos - thank you! followfriday

Start ist bei 192 Followers, da liegt noch viiieeeel drin!

update von 07:30h
wer an den Infos von den tweets interessiert ist aber mit twitter nichts am Hut hat, kann den RSS Feed abonnieren (wird eher selten gemacht, aber wieso nicht)


OpenStreetMap und Viamichelin: Schnell am Ziel zu Fuss und auf dem Velo

OpenStreetMap - Velokarte von Bern

Es gibt ja enorm viel Navigations-Software fürs iPhone, komplett eigene Lösungen oder neuerdings sicher auch ähnliches für Android. Doch immer noch sind Karten ganz praktisch für die Orientierung. Beispielsweise kann man mit einem GPS-Gerät auch sehr gut seinen Weg finden, man braucht dafür aber je Kartendaten. Ich stelle hier zwei Angebote vor, die ich sehr interessant finde, weil sie einerseits die Routenplanung vereinfachen, andererseits freie Kartendaten anbieten. Radfahrerkarte von OpenStreetMap zeigt neben allen Routen vom Veloland auch noch diverse Infos an, wenn man z.B. in Städte hereinzoomt. Es werden Veloläden, Velokuriere und für Bern auch die Standorte der City Cycles angezeigt. Sehr nützlich.

Auch können die Daten heruntergeladen werden und frei (also unter einer
Attribution-Share Alike 2.0
-Lizenz) verwendet werden. Bearbeiten und die Karten ergänzen ist natürlich auch erlaubt. Bearbeiten und Ergänzen der Karten ist damit natürlich auch erlaubt. So werden aber nicht einfach Touren veröffentlicht, sondern die grundlegenden Kartendaten zusammengetragen. Besonders in den Städten sind viele nützliche Zusatzinfos dabei, wie Fusswege oder öffentliche Toiletten.

bikemap.net

bikemap.net ist eine Plattform, wo jeder seine Velotouren hochladen und auch die bereits hochgeladenen für sich selber nutzen kann. Ganz praktisch, aber es sieht nach einem ziemlichen overkill an Touren aus. Besonders für die Schweiz. Aber sicher ein guter Ausgangspunkt, wenn man nach Touren fürs GPS, Google Earth oder zum Ausdrucken sucht.

Viamichelin - Zürich HB -> Paradeplatz

Viamichelin hat eine Routenplanung für Fussgängerinnen und Velofahrer! Damit kann man einfach den schnellsten Weg suchen. Für Fussgänger ist das vor allem praktisch, wenn man in einer fremden Stadt unterwegs ist und schnell ans Ziel kommen sollte, aber keine Ahnung hat, wo das genau ist.

Ein kleines Beispiel auch hier: Wir wollen vom HB inZürich zum Paradeplatz. Dabei gibt man einfach die beiden Orte ein und lässt die Maschine suchen. So gibt Viamichelin 16' und eine Strecke von 1.1 km als Resultat zurück.

Google Maps kann zwar seit einiger Zeit auch die Routenplanung mit dem öffentlichen Verkehr und zu Fuss, aber besonders bei der öV-Suche scheinen sich noch einige Fehler eingeschlichen zu haben. So schlägt Google Maps komischerweise vor, vom Bahnhof Lausanne zum Olympischen Museum zu laufen, während SBB.ch eine kürzere Fahrt vorschlägt.


Langsamverkehr und öV sind die Zukunft

Zwar werden weiterhin Westumfahrung eröffnet und Strassen gebaut, aber der Langsamverkehr und der öV sind im Aufwind - und zwar ganz gross.

Die Erfolge des GA, welches offenbar gegenüber dem Ausland eher billig sei, hängen davon ab, dass viele Leute lieber Pendeln statt Zügeln. Damit wird das GA zumindest teilweise Opfer des eigenen Erfolgs. Die SBB erhöhen die Preise, um die Kosten wieder zu decken.

Die öv-Initiative vom VCS will hier abhelfen und die Finanzierung des öV stärken. Das macht Sinn, denn die Schweiz ist ja eigentlich ein Land der S-Bahnen, wie beispielsweise die kürzlichen Ausbauten in den Regionen Basel und Zürich zeigen. Immer mehr Leute pendeln und kommen somit sicher, schnell und umweltschonend zur Arbeit.

Doch die Zunahme beim Verkehr ist auf der Schiene klar vorhanden, aber noch viel grösser beim motorisierten Verkehr. Trotz tollen Projekten wie bike to work ist der Langsamverkehr eher noch schwach.

Langsamverkehr ist gesünder
Während Kanton um Kanton ein Rauchverbot einführt (meiner Meinung sinnvoll), so scheinen die ähnlichen Massstäbe für die öffentliche Luft nicht zu gelten. Während die Belastungen durch Rauchen, Chemikalien (z.B. in Möbeln, Putzmitteln, Farben, Lacken, etc.) und Radon, um nur einige zu nennen, bekämpft werden, hat das die Luftverschmutzung durch Verkehr und Industrie offenbar eine bessere Legitimation.

Dazu haben ich zwei Theorien: Einerseits hat das Autofahren oder Verbrennen von Öl in Heizungen durchaus einen Nutzen. Im einen Fall kommt man von A nach B, im anderen wird einem warm. Deshalb nimmt man die nicht auf den ersten Blick offensichtlichen Nachteil in Kauf. Auch betrifft der Nachteil nicht nur einem selbst, sondern wird ziemlich gut verteilt, weshalb auch der einzelne individuelle Verzicht nicht den grossen Unterschied macht.

Die zweite Hypothese bezieht sich auf die Verbreitung: Denn während nur noch ungefähr ein Fünftel der Bevölkerung rauchen, so fahren doch immerhin vier Millionen Autos in der Schweiz herum. Das macht 517 Autos pro tausend Einwohner, also hat jede zweite Einwohnerin/jeder zweite Einwohner ein Auto. - Quelle: Mobilität und Verkehr: Wichtigste Kennzahlen vom BFS

Auch enorm wichtig ist die Funktion der Bewegung. Wer mit dem Langsamverkehr sich zumindest sich in seiner Freizeit, aber auch auf dem Weg zur Arbeit bewegt, hat oft die täglich nötige halbe Stunde an Bewegung bereits gemacht.

Langsamverkehr und öV brauchen weniger Platz
Autoverkehr und speziell, wenn es schnell geht, braucht viel Platz. Wer sich das einmal vor Augen führt, merkt, wie viel Platz wir in unseren ohnehin schon ziemlich engen Städten für den motorisierten Individualverkehr brauchen.

Mit dem öV und dem Velo ist der Platzverbrauch schon ziemlich viel kleiner. Wieso? Autos sind oft nur mit einer Person besetzt und müssen wegen der eher hohen Geschwindigkeiten mehr Abstand halten. Dagegen ist das Velofahren und auch der öV extrem viel kompakter.

Not too fast (via 96dpi @flickr)

Langsamverkehr ist sicherer
Wir haben schon mehrmals berichtet, dass der Langsamverkehr und der öV weniger gefährlich ist, als der motorisierte Individualverkehr. Pro Jahr verunfallen nur gerade 75 Personen im Schienenverkehr. Getötet werden 24, verletzt 51 Menschen. Dies sind in der Mehrzahl Angestellte der SBB und auch leider viele Suizide. So starben 2008 keine Reisenden im Zusammenhang mit Eisenbahnen und nur gerade zehn wurden verletzt. - Quelle Eisenbahnunfälle und verunfallte Personen vom BFS

Beim Strassenverkehr sieht es leider dramatisch anders aus. Die zahlreichen neuen Technologien (ABS, EBS, etc.) haben sicher ihren Anteil an der stetigen Abnahme der verunfallten Personen, aber ein Grossteil dieser Erfolge wird wieder wettgemacht durch die Zunahme der Fahrzeuge.

Auch aus der Statistik des BFS zu den Strassenverkehrsunfällen geht hervor, dass wer zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist, eher schwer verletzt oder gar getötet wird. Das hat sicher auch damit zu tun, dass der Velofahrer nur gerade mit einem Helm (im günstigen Fall) geschützt ist. Dagegen hat eine Autofahrerin eine perfekt ausgetüftelte Schutzhülle um sich, was besonders bei Unfällen mit tieferen Geschwindigkeiten einen grossen Vorteil darstellt - trotz der viel grösseren Energien.

Die Sicherheit ist auch deshalb grösser, weil man sich im öV gleich sicher ans Ziel bewegt, unabhängig vom Alkoholkonsum, erschöpfenden Arbeitstag, Gedanken und Wetterverhältnissen. Ich lasse mich gerne von Profis nach Hause fahren, nachdem im Ausgang gefeiert habe oder wenn ich schlicht und einfach müde bin. Da verzichte ich auch auf mein Velo, welches mich sonst nur selten alleine lässt. ;-)

Langsamverkehr und öV ist schneller und je nachdem billiger
Während das Velo in der Stadt dank seiner Flexibilität extrem schnell ist, kommt man mit dem öV über längere Strecken rasch voran. Natürlich funktioniert das mehrheitlich zwischen den grösseren Zentren, aber genau dort ist auch das grösste Verkehrsaufkommen auf der Strasse zu finden.

Ein kleines Beispiel: Von Zürich nach Bern ist man mit dem Auto in 1h 25' und bezahlt dafür (ohne Versicherung, Wertverminderung, etc.) CHF 17.- fürs Benzin. Wer sich im Zug chauffieren lässt, hat mit der schnelleren Verbindung nur gerade 56' und bezahlt CHF 46.- (2. Klasse, ganz, einfach). Natürlich wird es massig billiger, wenn man ein Abo hat oder die diversen anderen Kosten beim Auto miteinberechnet (Steuern, Vignette, evtl. Bussen, Wertverminderung, Service, uvm.).

Fazit
Es dürfte wohl noch einige Zeit brauchen, bis der Umstieg auf den Langsamverkehr und öV für die meisten Leute eine wirkliche Option wird. Nicht nur fehlt beispielsweise beim Velo noch etwas der Komfort (Velospuren, Schlaglöcher, etc.). Ein Velo-Paradies ist die Schweiz noch nicht.

Auch ist der Verlust an Privatsphäre ein wichtiger Punkt, warum viele trotz der vielen Nachteile lieber im Auto herumkurven. Was da genau hilft, weiss ich nicht, denn ich fahre gerne im Tram oder Zug herum…

Wir sollten uns aber bewusst sein, dass das ausgehende Öl, die zunehmenden Verkehrs-, Umwelt- und Klimaprobleme auch mit unserer Mobilität zu tun haben. Es ist deshalb an der Zeit, sich darum zu kümmern und die Verkehrsverlagerung auf Schiene, Füsse und Velos zu fördern.

Bild von 96dpi auf flickrNot too fast (via 96dpi @flickr)


neue app bei xing: PENDLA.DE - Fahrgemeinschaften bilden

Eben drübergestolpert, sieht interessant aus: der Service Pendla erleichtert das Bilden von Fahrgemeinschaften und hat auch eine #app für xing (siehe screenshot)

pendla.de als app bei xing

dieses Video hier auf youtube erklärt die Idee von Pendla gut


Email-Abonnement

E-Mail-Adresse eingeben:




    ...

    Fotos

    www.flickr.com
    This is a Flickr badge showing public photos and videos from autolos. Make your own badge here.

    Aktuelle Kommentare

    Veloverleih in Zürich...
    Hallo Florin Bei Züri rollt kann jeder gegen...
    Fabian - 2010-08-31 17:07
    in der Stadt Zürich...
    in der Stadt Zürich wird immer wieder gesagt,...
    autolos - 2010-08-30 17:12
    Der Hollinger ist mit...
    Der Hollinger ist mit sicherheit NICHT autolos unterwegs...
    Winterstiefel - 2010-08-24 16:31
    Verkehrsregeln...
    - Fahre nicht bei rot über die Kreuzung. Die,...
    mousseman - 2010-08-22 22:33
    Zu Fuß ist dem...
    Zu Fuß ist dem Sattel sogar vorzuziehen. Da sind...
    Wellensittich - 2010-08-21 18:20
    Wenn ich mit meinen Kindern...
    Wenn ich mit meinen Kindern per Velo zum Pfaditreffpunkt...
    carlo - 2010-08-18 22:13
    Blöde Tipps
    Alles Tipps wie man sich vor den Gefahren, die Autos...
    carlo - 2010-08-18 21:33
    ..denke, eine ziemlich...
    ..denke, eine ziemlich gute Prävention wäre,...
    zer - 2010-08-18 15:41
    Du setzt merkwürdige...
    Du setzt merkwürdige Prioritäten bei deiner...
    Torsten - 2010-08-11 08:57
    super - vielen dank für...
    super - vielen dank für den Hinweis.
    Florin Jaeger - 2010-08-03 14:34
    Kurzübersicht (einiger...
    Kurzübersicht (einiger Anbieter) mit Links: http://blog.freizeitplan.n et/2010/06/radfahren-in-ga nz-europa-ohne-eigenes-rad /
    Torsten - 2010-08-03 12:06
    link
    eben auf diese Beiträge aufmerksam gemacht worden...
    Florin Jaeger - 2010-07-28 22:24
    Saugeil, gerade erst...
    Saugeil, gerade erst jetzt darüber gestossen......
    Single - 2010-06-20 13:36
    ebay
    soo good doc.. thanks admin....
    estetik - 2010-06-10 10:11
    ebay
    Muito bom site. Graças aos esforços do...
    estetik - 2010-06-10 10:11
    Radfahrerkarte
    Solche Radfahrerkarte habe ich schon seit einiger zeit...
    singles - 2010-05-25 22:19
    aber sicher - das produzieren...
    aber sicher - das produzieren wir gerne für dich,...
    autolos - 2010-05-16 20:51
    na Herzlichen Glückwunsch:)...
    na Herzlichen Glückwunsch:) Ich hoffe ihr bleibt...
    Franziska - 2010-05-13 00:03
    XS vorhanden?
    Hallo, gibt es das T-Shirt auch in der Größe...
    yiim.de - 2010-05-09 14:50
    Das entspricht sicherlich...
    Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass der TÜV...
    Babymacher - 2010-05-03 14:03

    Suche