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umverkehR hat die Städte-Initiative Zürich eingereicht

Die Umweltorganisation umverkehR hat die Städte-Initiative zur Förderung des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs in der Stadt Zürich mit 7309 Unterschriften eingereicht und damit mehr als doppelt so viele Unterschriften zusammen gebracht, als notwendig gewesen wären. Die Städte-Initiative, welche von einem breiten Bündnis von Organisationen (u.a. dem Club der Autofreien) und Parteien (von SP bis Grünliberal) unterstützt wird, will den Anteil des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs innerhalb von 10 Jahren um 10 Prozentpunkte erhöhen. Für die Übergabe hatten die Initianten gestern Mittag vor dem Stadthaus einen Fussgängerstreifen ausgerollt, dessen Streifen aus grünem Rasenteppich bestanden.

umverkehR lancierte in diesem Jahr in fünf Städten bzw. Stadtkantonen Volksinitiativen: Neben Zürich auch in Basel, Luzern, St. Gallen und Winterthur.


Critical Mass Aktion in Wien (Fotos)

Die Critical Mass Bewegung in Österreich ist sehr aktiv: eben haben wir einige Bilder von der letzten CM Aktion in Wien erhalten, die wir hier gerne wiedergeben:

critical mass aktion in wien 2008

Mehr Bilder von der Aktion in Wien und in anderen Städten in Austria (auch in Vorarlberg, wie die aktuelle Aktion Warnviereck zeigt => siehe Hinweis auf PDF ganz unten) gibt es auf dem sehr gut gemachten Blog http://www.criticalmass.at - genau gesagt hier in der Gallery. Besonders gut gefällt uns das Logo auf diesem T-Shirt:

t-shirt critical mass aktion vienna 2008

Überblick / Zusammenfassung zum Begriff "criticalmass" hier in diesem Posting, eine gute link-liste hier drüben bei den Freunden im Osten.

update: hier der link zu den printfähigen Warnvierecken - oder auch so: warnvierecke_windschutzscheiben (pdf, 121 KB)


Sechsspuriger Widerspruch im Aargau

Der Regierungsrat des Kanton Aargau will die A1 auf 32 km Länge von vier auf sechs Spuren erweitern, wie verschiedene Medien heute berichten: Rikscha-KopenhagenMit diesem Schritt, der frühestens in 20 Jahren umgesetzt wird, werden gar keine Probleme gelöst, sondern nur geschaffen - sei es auf der Autobahn, in den Dörfern und Städten sowie global.

Wird nämlich mehr Platz für die Autofahrer angeboten, so werden auch mehr diesen Platz ausnützen. Das gleiche sieht man an allen Orten, wo die Verkehrswege ausgebaut wurden. Nur ist eine Zunahme des automobilen Mobilität wesentlich folgenreicher, als wenn die gleiche Anzahl (und sogar die gleichen) Leute auf dem Velo oder zu Fuss unterwegs wären.

Strassen-den-VelosWenn man sieht, wie viel mehr öffentlichen Raum ein Autofahrer im Gegensatz zu einem Velofahrer heute schon beansprucht, ist es schlicht und einfach falsch, noch mehr zur Verfügung zu stellen.

Wenn tatsächlich 2030 die A1 sechs Spuren haben sollte, so wird vermutlich entweder kein Öl mehr da sein, um alle Autos zu betreiben oder es wird ähnlich teuer wie Edelmetalle sein. Je nach Geologe oder Mineraloge ist der Peak Oil schon vorüber, als geht es nur noch abwärts mit den Erdölförderungen.

Für den grössten und wichtigsten Widerspruch allerdings halte ich die (unausgesprochene) Idee, man könne gleichzeitig kräftig weiter Auto fahren und das Klima schützen. Denn während die Nachteile von CO2-Ausstoss bis kleinerer Lebensqualität heute ja klar auf dem Tisch liegen, scheint die Verbindung zur Verkehrspolitik noch nicht so ganz geklappt zu haben.

Lok-der-VRMein Vorschlag ist eine pragmatische und realistische Lösung: Die Unmengen von Geld könnten, statt in den Strassenbau dem Langsamverkehr und dem öffentlichen Verkehr zukommen. Diese Verkehrsformen werden wir auch noch Ende dieses Jahrhunderts sehen können, denn sie sind nicht abhängig vom endlichen Rohstoff Öl und haben soziale wie wirtschaftliche Vorteile.

Der Aargauer Regierungsrat sollte doch nochmals den Richtplan überdenken und sich für eine wirklich sinnvolle Investition einsetzen, denn Autobahnen sind ein Auslaufmodell.


Aktuelle Kampagne von Umverkehr

wir wollen einen Sitzplatz - Umverkehr

umverkehR fordert von Bundesrat Leuenberger mit einer Protestpostkarte auf, sich dafür einzusetzen, dass die Engpässe im ÖV beseitigt werden. Diese PROTESTPOSTKARTEN können unter TEL. 044 242 72 76 oder bei E-MAIL: info [at] umverkehr [punkt] ch bestellt werden. Jede verschickte Protestpostkarte verstärkt den Druck auf die Politik!


Fahrverbot für schadstoffreiche Autos - aber rasch!

An die Aufregung und Diskussion bei der Einführung des Katalysators vor X Jahren kann ich mich noch gut erinnern: Autofahrer mit einer älteren Kiste schrien wie ein Wald von Affen sie werden mit höheren Steuern etc. bestraft. Heute ist der Katalysator ein Ding der Selbstverständlichkeit. Wenn ich die Kommentare bei diesem NZZ Artikel über "Rayonverbote für schadstoffreiche Autos" lese, erkenn ich die genau gleiche Abwehrhaltung und dieselben Emotionen, obwohl es sich hier um die Einführung von klassische Marktmechanismen handelt: "wer verschmutzt soll zahlen oder nicht fahren dürfen" - eigentlich logisch. Lesetipp aus Deutschland: Umweltzone


Unterschriftensammlung für die Städteinitiativen in der Schweiz

Umverkehr geht mit fünf Initiativen in die Offensive, startet die Unterschriftensammlung und stellt konkrete Forderungen:
"In Zürich verlangt die Städte-Initiative, dass der Anteil von ÖV, Fuss- und Veloverkehr in den nächsten 10 Jahren um 10 Prozentpunkte ansteigt."

Auch in Basel werden schon Unterschriften gesammelt, in Luzern, St. Gallen und Winterthur folgt der Startschuss im Herbst 2008. Auf der Website von Umverkehr findet sich ein komplettes Dossier zur Städteinitiative. Was mir persönlich noch fehlt, ist eine "Dachmarke", sprich ein Logo für die gesamte Aktion, aber vielleicht ist so etwas noch in Planung. Gerne publizieren wir hier den wichtigsten Teil der gesamten Aktion:

Aufruf: SammlerInnen gesucht:
Jede Hilfe ist willkommen: das Sammeln während einer oder zwei Stunden an einem Sammelstand von umverkehR oder das Sammeln im Freundes- und Familienkreis. Auch die Regionalgruppen in Basel, Luzern, Zürich und St. Gallen freuen sich über Verstärkung. Bitte melden Sie sich per Telefon +41442427276, per E-Mail info [at] umverkehr [dot] ch oder direkt hier auf der Website von Umverkehr

Unterschriftenbogen für Basel (PDF)
Unterschriftenbogen für Zürich (PDF)

Die Anzahl der Unterschriften ist auch Bestandteil des Wettbewerbs, die konkrete Frage lautet:
Wie viele Unterschriften werden für die fünf Städte-Initiativen in Basel, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich insgesamt gesammelt?

Deine Schätzung kannst du gleich online abgeben, viel Glück!


Abstimmungskampf

Volksbegehren in der Schweiz haben zwei hohe Hürden zu nehmen: zuerst müssen die notwendigen Unterschrift in der festgelegten Zeit gesammelt werden (die Anzahl hängt davon ab, ob es sich um eine lokale oder nationale Initiative handelt). Die zweite, noch höhere Hürde folgt im Abstimmungskampf, denn in der Regel mobilisieren die Gegener mit finanzkräftigen Verbänden oder Parteien.

Material für die Mobilisierung für Tempo 30

Die Erfahrung zeigt, dass es aber sehr wohl möglich ist, den Abstimmungskampf zu gewinnen (Bsp. Alpenschutzartikel) und das motiviert uns, für wichtige Anliegen zu kämpfen, sei es auf lokaler Ebene (vgl. Foto, Einführung von Tempo 30 in der Gemeinde Felsberg bei Chur) oder auf (inter-)nationaler Ebene.

Aktuelle Volksinitiativen in der Schweiz (Auswahl):
  • Klima-Initiative: Die Initiative fordert von Bund und Kantonen bis im Jahr 2020 eine 30-prozentige Reduktion der Treibhausgasemissionen gegenüber dem Stand von 1990. Die Initiative wurde am 29.2.2008 mit 151'817 Unterschriften eingereicht. Voraussichtlicher Abstimmungstermin ist im Jahr 2009. http://www.klimainitiativeja.ch
  • Offroader-Initiative: Die Volksinitiative fordert ein Verbot von Motorfahrzeugen mit übermässigem Ausstoss umweltschädlicher Emissionen. Die Forderung kann auch hier auf Facebook unterstützt werden. http://www.menschenfreundlicher.ch (mehr zum Thema "Stadtpanzer"
  • Landschafts-Initiative: Die Initiative will den exzessiven Landverbrauch stoppen.
    Mehr Raum für Mensch und Natur! Die Unterschriftsammlung läuft auf Hochtouren http://www.landschaftsinitiative.ch
In der Regel handelt es sich bei breit abgestützten Volksbegehren um realpolitische Forderungen, also mehrheitsfähige Anliegen. In meinen Augen ist es aber auch sehr wichtig, auch radikale Forderungen zu stellen und visionäre Ziele zu vertreten (wie es zum Beispiel UMVERKEHR und der CLUB DER AUTOFREIEN).


Fussgängerstreifen oder der Versuch sich zu suizidieren.

Als in Deutschland sozialisierter und habitualisierter Fussgänger nutzt man den Fussgängerstreifen, der in Deutschland Zebrastreifen heisst recht unbekümmert. Man kann ganz unbekümmert am Zebrastreifen die Strasse überqueren - die Autos halten auf jeden Fall. Und tun sie es nicht, so erstattet man Anzeige bei der Polizei und der Führerschein ist weg.

In der Schweiz dagegen gleicht die Benutzung eines Fussgängerüberweges eher einem Suizidversuch. Die Überquerung der Strasse am Fussgängerstreifen ist mit grössten Hindernissen verbunden. Kommt ein Auto und man warte nicht, bis diese vorbeigefahren ist, so wird das überqueren meist mit einem Hupkonzert begleitet, aufgestellte Mittelfinger gehören ebenfalls zum Habitus des durchschnittlichen Schweizer Autofahrer. So nahm die Zahl der Schwerverletzten Personen an Fussgängerstreifen im vergangenen Jahr leicht zu:

"Die Zahl der Schwerverletzten im Strassenverkehr nahm 2007 mit 3 Prozent leicht zu - auf neu 5235 Personen. Immer mehr Verkehrsteilnehmer werden in der Schweiz dabei auf Fussgängerstreifen angefahren und schwer verletzt. Mit 334 Schwerverletzten nahm deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um nicht weniger als 18 Prozent zu. Die BfU-Experten beraten nun Kantone und Gemeinden, wie innerorts die Situation für Fussgänger zum Beispiel mit neuen Geschwindigkeitsbeschränkungen - wie beispielsweise Tempo-30-Zonen - verbessert werden kann." Quelle: NZZ

Dabei wurde in der zweiten Hälfte der 1990 Jahre das Vortrittsrecht für Fussgänger explizit eingeführt, einige Automobilisten stellten kürzlich den erfolglosen Antrag, dieses Vortrittsrecht wieder rückgängig zu machen:

"Am Montag debattierte der Nationalrat ebenso ausgiebig wie engagiert über die Frage, ob Fussgänger künftig auch bei Fussgängerstreifen mit einem Handzeichen signalisieren müssen, dass sie die Strasse überqueren wollen. So galt es bis in die erste Hälfte der 1990er Jahre, dann wurde die heutige Regel eingeführt, wonach Fussgänger bei Zebrastreifen auch ohne Zeichen Vortritt geniessen. Laut Verkehrsminister Leuenberger hat sich diese Regel bewährt, doch Sylvia Flückiger-Bäni (svp., Aargau) und mit ihr die SVP, «aufgeschreckt durch die Unfallstatistik 2007», verlangten trotzdem eine Rückkehr zum alten Regime. Denn das altbewährte «Warte, luege, lose, laufe» sei mit der Abschaffung des Handzeichens ganz in Vergessenheit geraten." Quelle: NZZ

Jedoch stimmte der Nationalrat zum Wohl der Fussgänger:

"Nur hauchdünn, mit 88 zu 85 Stimmen, wurde Flückigers Antrag abgelehnt, womöglich auch dank Verkehrsminister Leuenberger, der die Dinge in seinem Referat wieder etwas relativierte: Selbst wenn die Regeländerung der 1990er Jahre zu Problemen geführt hätte – wofür es jedoch keinerlei Anzeichen gebe – müsste auch aus heutiger Sicht die Frage sorgfältig geprüft werden, ob ein Zeichen alleine zu mehr Sicherheit führe. Man könne nämlich auch mit erhobenem Arm überraschend auf die Strasse und vor ein Auto rennen – nach heutigem Recht aber gelte in einem solchen Falle zu Recht der Fussgänger als der Schuldige. Auf das Handzeichen habe man vor mehr als zehn Jahren auch aufgrund der Bundesgerichtspraxis verzichtet, gemäss welcher Autofahrer auch dann nicht von der Schuld freigesprochen wurden, wenn Fussgänger das Trottoir vorschriftswidrig ohne Handzeichen verliessen. Das zeige: Auch die Pflicht zum Zeichen habe nicht zu mehr Klarheit geführt." Quelle: NZZ

Also liebe Fussgänger: nehmt vorsichtig euer Vortrittsrecht am Fussgängerstreifen in Anspruch. Gewöhnt die Autofahrer daran.


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Aktuelle Kommentare

Ja!
Andreas Kyriacou • 2008-10-15 20:53

ok, verstehe. Es wäre doch...
Florin Jaeger • 2008-10-12 20:53

Fristen
Andreas Kyriacou • 2008-10-11 18:44

die Geschichte mit dem georfeigten...
velofahrer • 2008-10-11 08:43

Der voraussichtliche Abstimmungstermin...
Georg Birkner • 2008-10-09 21:14

tolles Sammelergebnis - Gratuliere!...
Florin Jaeger • 2008-10-09 10:57

Solchen Spam möchte ich auch...
Florian Schreier • 2008-10-06 12:55

kann mich an dein posting erinnern...
Florin Jaeger • 2008-10-03 15:25

tja...
chm • 2008-10-03 13:10

Medien?
Andreas Hobi • 2008-09-21 13:51

das ist der moderne way of life,...
fussgänger • 2008-09-17 22:11

Schon lange autolos
LM • 2008-09-15 14:56

@Dave: danke für dein feedback...
Florin Jaeger • 2008-09-15 14:32

Das ultimative Velo
dave • 2008-09-15 09:53

brainstorming klingt gut - werde...
Florin Jaeger • 2008-09-11 11:39

Gesucht: kein Auto, aber das ultimative...
Martin • 2008-09-10 22:37

anti-suv-initiative - brainstorming...
amade.ch • 2008-09-10 17:13

auf jeden Fall
alex • 2008-09-09 12:51

den labelgedanken finde ich echt...
Pidi • 2008-09-08 09:41

PARK(ing)
Georg • 2008-09-05 10:15

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