.:: norden 08 ::.

Zug schneller als Auto - Beispiel Finnland

Ende August werde ich von Joensuu nach Helsinki fahren. Diese Reise wird die zweitletzte Etappe sein und ich werde sie mit einem Pendolino zurücklegen.

Offenbar hat man hier weniger Probleme als Cisalpino in der Schweiz, aber die Finnische Staatsbahn (VR) verwendet auch speziell an die Kälte angepasste Kompositionen. Von -35°C bis +40°C können diese Neigezüge fahren, was in den kalten Wintern und heissen Sommern unbedingt nötig ist.

Diese Berechnung beruht nur auf dem Benzinverbrauch für das Auto. Zusätzliche Kosten wie Wertzerfall, Versicherung, Wartung, etc. werden nicht berücksichtigt, aber die Preisdifferenz wird dadurch nur noch höher.

Die Reise mit dem Pendolino kostete mich, der ich mit dem Interrailticket unterwegs bin, gerade mal €4.90 an Reservationskosten und dauert 4h 38'. Würde man für dieselbe Strecke das Auto nehmen, so dauerte das (gemäss Google-Maps) 5h 35' und würde eine Strecke von 437 km bedeuten.

Nimmt man ein durchschnittliches Auto mit einem Spritverbrauch von 8 l/100km (was noch relativ wenig ist), so würde das insgesamt knapp 35 l Benzin verbrauchen. Die Kosten sind noch viel höher, wenn man die hier exorbitanten Preise beizieht: Ca. €1.55 bezahlt man pro Liter Bleifrei 95 und das macht in diesem Beispiel gesamt Benzinkosten von knapp €54, also Sfr. 88.00!

Für mein sechstägiges Interrailticket habe ich Sfr. 202 bezahlt, also Sfr. 33.70 pro Tag. Plus der umgerechnet knapp Sfr. 8.00 für die Reservation ergibt das gibt das Sfr. 41.60 und ich bin erst noch eine Stunde schneller am Ziel!

Die Differenz von Sfr. 46.40 kann ich mir ja wirklich sparen. Allerdings gibt es halt nicht so viele Verbindungen, aber wer einigermassen flexibel ist, kann sich die Reisen und Aufenthalte entsprechend einplanen.


Autoloser Verkehr auf Schwedisch

Nachdem ich (fast) mit meiner Zeit in Schweden abgeschlossen habe, ist es Zeit für einen kleinen Überblick des Langsamverkehrs in Schweden. Seit dem 12. Juli war ich in Ystad, Karlskrona, Linköping (sprich: Liinschöping), Uppsala und Stockholm.

Aus autolosen Gründen bin ich natürlich die ganze Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. In Schweden ist das so problemlos möglich wie in der Schweiz. Die Zugs- und auch Busverbindungen können auf der Webseite der Eisenbahngesellschaft SJ herausgefunden werden. Auch wenn unzählige verschiedene Firmen den öV tatsächlich betreiben, so herrscht zumindest im Bezug auf die Fahrplansuche via Internet Einigkeit. Sonst wird es schon komplizierter: Es kann mitunter wichtig sein, im richtigen Büro zu sein, denn sonst können die Leute einem nicht weiterhelfen.

Die Zugsreisen sind sehr schnell, weil topografiebedingt die Züge relativ gerade und auch schnell fahren können. Es lohnt sich aber wirklich einen Sitzplatz zu reservieren. Von Linköping nach Uppsala nahm ich einen Regionalzug und wurde schon nach einer guten Stunde vom Platz vertrieben, weil jemand eine Reservation hatte (in diesem Fall machte ich gerne Platz). Allerdings hatte der Zug auch nur gerade drei doppelstöckige Wagen, war aber topmodern eingerichtet, sehr komfortabel und ziemlich kühl.

Cykelpump: Velopumpe in LinköpingIn Uppsala und Linköping lohnt es sich vor allem für die Einheimischen ein Velo zu haben, Touristen haben die Städte sowieso in kürzester Zeit durchquert und auf den breiten Trottoirs, Plätzen und Parks ist es sowieso besser, ein wenig zu flanieren. Eine Entdeckung in Linköping waren die öffentlichen Pumpen fürs Velo. Eingentlich genial, wenn man abends heimfährt und merkt, dass eigentlich zu wenig Luft im Reifen drin ist. Allerdings lässt sich der Druck nicht überprüfen (oder ich weiss nicht wie), weshalb es zumindest etwas heikel ist.

Die Innenstadt von UppsalaUppsala hat zwar nicht sehr viel Fussgängerzone zu bieten, aber überall kommt man zu Fuss viel bequemer hin, als motorisiert. Das meiste liegt denn auch in der Innenstadt, wo Parkplätze sowieso eher knapp sind, auch wenn ihnen Plätze geopfert werden.

In Stockholm herrschen Autos und Lastwagen vor.In Stockholm nun, wo ich zur Zeit noch bin, ist es mit dem gemütlichen Velofahren durch die laue (oder auch eher heisse) Sommerluft dann rasch vorbei. Der laute und schnelle Autoverkehr drängt sich durch fast jede Strasse der Innenstadt. Gamla Stan ist von einem Ring von breiten Strassen umgeben, Norremalm hat die meisten riesigen Strassenzüge zu bieten. Angenehm ist einzig Östermalm, wo nur wenige grössere Strassen sind und wo meistens nichts los ist. Kungsholmen ist ähnlich, nur scheint hier wesentlich mehr los zu sein, so habe ich heute in einem winzigen, aber schönen und guten Café eine Lasagne gegessen und nicht mal alle Welt dafür bezahlt (Grönland wollten sie nicht. :-D). Ruhe, wie in den Parks von Uppsala oder Linköping, findet man hier kaum oder nur annähernd. Dass die Luft nicht komplett verpestet ist, liegt am stetigen Wind, der die ganze Dreckwolke aus der Stadt hinaus bläst.

Normalerweise sieht es wie auf dem obigen Bild aus: Breite Strassen mit gefährlichen Rinnen, schmale Velostreifen auf dem Trottoir, so dass unwissende Touristen und Velofahrer zu kollidieren drohen, und Ampeln, bei denen man teilweise unmenschlich lange warten muss.

Alles in allem: Währen Linköping und Uppsala vor allem mit ihrer Lebensqualität gepunktet haben, geht man nach Stockholm wegen den Sehenswürdigkeiten, aber sicher nicht, um einen ruhigen Platz zu finden oder gemütlich durch die Stadt zu radeln.

Ein besonders guter Ort, um die Verkehrssituation von Stockholm zu zeigen, ist Slussen. An dieser Stelle treffen Bahngeleise, Metro (hier Tunnelbana oder kurz T-Bana genannt), Pendlerzüge, Busse, Fussgänger, Velofahrer, Fähren und Kreuzfahrtschiffe aufeinander. Das Chaos ist enorm und schlecht zu überblicken. Grundsätzlich scheint die T-Bana hier, im Gegensatz zu Paris, nicht die Innenstadt möglichst gut erschliessen zu wollen. So muss man oft noch weiter laufen. Die T-Bana soll offensichtlich die Vororte möglichst gut an die Verkehrswege in der Innenstadt, wo auch der grosse Zentralbahnhof liegt, anbinden. Von den unzähligen Stationen liegen nur gerade sechzehn in der von Touristen frequentierten Zone. Für Touristen ist sie auf jeden Fall nur das zweitbeste Mittel, nach den eigenen Füssen und dem Velo, falls man es sich traut. Den Rest des öV übernehmen scheinbar überall in Schweden Busse. Diese fahren ganz oft mit Ethanol oder Biogas (was ja dasselbe ist) und sorgen so zumindest nicht für noch mehr schlechte Luft. Wie allerdings dieses Ethanol gewonnen wird, weiss ich nicht.

Auf der anderen Seite wiederum ist Stockholm ein Vorreiter in Sachen Roadpricing. Wer von 6:30 bis 18:00 in die Innenstadt will, der muss leider nur einen lächerlichen Beitrag von 10 bis 30 SEK (Sfr. 1.70 bis Sfr. 5.20) bezahlen. Ein Einheimischer hat mir (in einem auch anderweitig tollen Gespräch) gesagt, dass die Wirkung dieses Trängselskatt eher klein sei.

Stockholm gefällt (mir) vor allem dann, wenn man in einem kleine Cafés sitzt und nur Einheimische um einem herum sind. Es gäbe noch viel zu erzählen, aber erstens antworte ich gerne auf spezifische Fragen und zweitens soll der Artikel auch mal ein Ende haben.


unser rasender Reporter in Skandinavien (Norden 08)

Im Sommer (ich beziehe mich auf die Jahreszeit gemäss Kalender, nicht die Temperaturen der letzten Tage...) berichtet Blogger Florian "live" von seiner Skandinavienreise (alle seine Berichte im Topic norden 08). Bei unsere nördlichen Nachbarn gibt es einige spannende Dinge zu beobachten wie zum Beispiel der öffentliche Verkehr in Schweden oder die Velo Dichte in der dänischen Hauptstadt.

Der Reiseplan von Florian im Detail (Stand 23. Juli 2008):
Gestartet bin ich am 6. Juli in Kopenhagen, wo ich bis zum 12. blieb. Dann reiste ich
nach Ystad und am 19. gings weiter nach Karlskrona. Zur Zeit befinde ich mich gerade in Linköping. Morgen fahre ich nach Uppsala und am 28. Juli geht es weiter nach
Stockholm. Von dort aus fahre ich am 1. August am Abend mit der Fähre nach Helsinki. Dort wiederum bleibe ich wahrscheinlich bis ca. dem 7. August und dann ist alles noch unklar. Tampere und Turku stehen aber schon ziemlich fix auf dem Plan.


Bei dieser Gelegenheit wünscht das Team von AUTOLOS allen LeserInnen einen schönen (und hoffentlich warmen) Sommer!


Öffentlicher Verkehr in Skåne

Zwar gibt es nicht viel zu berichten, denn hier bin ich zwar per Velo unterwegs, aber nur, wenn es etwas weitergeht. Vorgestern Abend allerdings bin ich knapp vierzig Kilometer durch die Nacht gefahren. Etwas abenteuerlich, aber die relativ helle Nacht und der Mond (hach wie romantisch! :-D) gaben wenigstens etwas Licht. Grund für diese ungewöhnliche Tour war ein Konzert von Santana, das einzige in Schweden, in Christinehof bei Brösarp.

ystad_1Velowege existieren auch hier überall und oft sind die genügend breiten Trottoirs auf für Velos befahrbar. Die Autofahrer lassen den Velos auch sehr nett den Vortritt.

Auf jeden Fall kann man hier - wenigstens tagsüber - jedes Dorf per Bahn und Bus erreichen. Der öffentliche Busverkehr endet zwar etwas früh, oft sogar vor 20 Uhr.

ystad_2Auch hat die lokale Firma, Skånetrafiken, die den öV betreibt etwas eine seltsame Politik. Zwar kann man auf www.sj.se die Fahrpläne für ganz Schweden erhalten, doch gibt es Hindernisse, wenn man ins Ticketbüro geht und dort eine Information verlangt. Toll ist, dass man als überhaupt nicht schwedischesprechender Reisender überall auf hilfsbereite Leute, sowohl Angestellte als auch Privatspersonen.

Auch wenn die SBB zwar eine tolle Farbwahl bei ihren Wagen hat, manchmal stellt sie die Züge etwas gar bunt gemischt zusammen. Hier allerdings gibt es violette Züge. Meiner Meinung nach ein, dekoratives, Verbrechen. Mich würde auch interessieren, was Andreas dazu sagt. :-D

Im Zug allerdings gilt die Devise viele Sitze, aber auch Beinfreiheit. Von Ystad ist man durch eine schöne Landschaft in 50 Minuten in Malmö, von wo wiederum Züge ins übrige Schweden fahren und auch nach Kopenhagen.


Velofahren in Kopenhagen

Seit diesem Wochenende bin ich in Kopenhagen auf meiner fast zweimonatigen Reise durch Dänemark, Schweden und Finnland. Vorgestern Nachmittag habe ich mir ein Velo ausgeliehen. Zwar nicht gerade ein Topmodell, aber dafür billiger. Man sollte übrigens nicht wütend werden, wenn die Reifen nicht komplett vollgepumpt sind, denn es gibt viele Stellen mit Pavé (Kopfsteinpflaster) und auch die asphaltierten Strassen sind oft sehr holprig und haben diverse Schlaglöcher, Risse, Rillen, etc.

Jeder Platz und jede Strasse haben mehrere solche Stellen, wo unzählige Velos parkiert werden.Schon bei den ersten Fahren durch die Stadt merkte ich, wie viel Aufmerksamkeit es braucht, um sich auf diesen grossen Kreuzungen gegen alle anderen Verkehrsteilnehmer durchzusetzen. Es ist wirklich eine ziemliche Aufgabe, denn auch wenn die Velos meistens auf einer speziellen Spur fahren dürfen, so ist auch dort manchmal ein grosses Gedränge.

Jeder Platz und jede Strasse haben mehrere solche Stellen, wo unzählige Velos abgestellt werden. Man kann nirgends hin, ohne einem Zweirad zu begegnen, sogar im Hafen findet man sie. Während man in der Schweiz oft alleine oder nur in kleinsten Gruppen vor Lichtsignalen wartet, so können in Kopenhagen ohne weiteres zwanzig oder mehr Leute warten.

'Typischer' InnenhofViele Innenhöfe sind auch vollgestellt mit Velos und viele Geschäfte haben einen Veloständer vor dem Schaufenster. Viele Eltern fahren spezielle Konstrukte, bei denen die Kinder, und manchmal sogar die Frau, in einer Art Tonne vor dem Fahrer sitzt. Nihola ist eine dieser Firmen, die solche Velos anbietet.

Auf einem riesigen Platz vor dem Rathaus steht (nach eigenen Angaben) jeden Tag eine Frau in einem Pinguinkostüm, um auf die Luftverschmutzung, die Unfallgefahr und den Lärm der riesigen Blechlawinen in der Dänischen Hauptstadt aufmerksam zu machen. Jeden Tag trägt sie ein anderes Schild mit sich.

Tägliche Mahnung an alle

Der öffentliche Verkehr ist auch nicht schlecht, so gibt es eine Metro, eine S-Bahn und ein grosses Bussnetz. Auch Nachts fahren Busse, auf einem etwas anderen Nachtnetz.


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Aktuelle Kommentare

Ja!
Andreas Kyriacou • 2008-10-15 20:53

ok, verstehe. Es wäre doch...
Florin Jaeger • 2008-10-12 20:53

Fristen
Andreas Kyriacou • 2008-10-11 18:44

die Geschichte mit dem georfeigten...
velofahrer • 2008-10-11 08:43

Der voraussichtliche Abstimmungstermin...
Georg Birkner • 2008-10-09 21:14

tolles Sammelergebnis - Gratuliere!...
Florin Jaeger • 2008-10-09 10:57

Solchen Spam möchte ich auch...
Florian Schreier • 2008-10-06 12:55

kann mich an dein posting erinnern...
Florin Jaeger • 2008-10-03 15:25

tja...
chm • 2008-10-03 13:10

Medien?
Andreas Hobi • 2008-09-21 13:51

das ist der moderne way of life,...
fussgänger • 2008-09-17 22:11

Schon lange autolos
LM • 2008-09-15 14:56

@Dave: danke für dein feedback...
Florin Jaeger • 2008-09-15 14:32

Das ultimative Velo
dave • 2008-09-15 09:53

brainstorming klingt gut - werde...
Florin Jaeger • 2008-09-11 11:39

Gesucht: kein Auto, aber das ultimative...
Martin • 2008-09-10 22:37

anti-suv-initiative - brainstorming...
amade.ch • 2008-09-10 17:13

auf jeden Fall
alex • 2008-09-09 12:51

den labelgedanken finde ich echt...
Pidi • 2008-09-08 09:41

PARK(ing)
Georg • 2008-09-05 10:15

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