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Der autofreie Lebensstil findet Zuspruch

Diesen Monat habe der Schweizer Club der Autofreien (CAS) die Schwelle von 1000 Mitgliedern überschritten, schreibt der Verein in einer Medienmitteilung. Samuel Bernhard vom CAS ist sich sicher: "Der autofreie Lebensstil findet Zuspruch".
So beispielsweise auch beim tausendsten Mitglied Mathilde Geiges (30). In knapp einer halben Stunde ist sie mit Bahn und Velo am Arbeitsplatz in der Stadt Zürich, wo sie als Verkehrsplanerin tätig ist. Auch eingekauft wird vorzugsweise per Velo. Ihre Ski- und Bergtouren plant die naturverbundene Familie ohne Auto. Ab und zu greifen sie auf ein Fahrzeug von Mobility zurück. Der nächste Standort für diese Leihfahrzeuge liegt keinen Kilometer von der Wohnadresse entfernt. „Weil wir für unsere täglichen Wege nicht auf ein Auto angewiesen sind, sparen wir viel Zeit und haben eine hohe Lebensqualität“.

download Medienmitteilung-CAS-1000-Mitglieder (pdf, 47 KB)


Besser Velo als Auto: Unfallgefahr im Strassenverkehr

Das Bundesamt für Statistik (bfs) hat eine ausgezeichnete Auswahl an Daten, Diagrammen und Infos zu allen möglichen Themen - auch zum Verkehr. Deshalb hier einige Zahlen zu Unfällen im Strassenverkehr.

Autounfall1 Laut dem bfs gab es 2007 knapp 22'000 Unfälle im Strassenverkehr mit Personenschaden, davon 14'300 innerorts! Ganz klar also, dass man gefährlich lebt, wenn man innerorts unterwegs ist. In 6'200 Fällen endete die Kollision schlimm: mit Tod oder schwerem Unfall.

Wenn man die Zahlen nach Verkehrsmittel aufschlüsselt, so erstaunen die Resultate nicht besonders. Von 27'500 verunfallten Personen (das macht 75 pro Tag) führen 14'400 im Auto! Im 07 verunfallten nur 6'000 Personen, die ohne Motor unterwegs fahren.

Das Fazit ist also einfach: Wer ohne Motor, also langsamer unterwegs ist, verunfallt weniger oft und wenn, dann meistens nur leicht, wie das bfs zeigt. Logisch eigentlich, denn der bei Unfällen wichtige Implus eines Körpers ist direkt abhängig von Masse und Geschwindigkeit, welche beide bei Autos viel höher sind, als wenn man zu Fuss oder auf dem Velo unterwegs ist.


"GRÜN" wir definitiv salonfähig

Am vergangen Wochenende ist mir aufgefallen, dass die Medien und die Werbung unisono auf die Message "green" setzen, sei es in der Autowerbung, in der Informatik oder sogar beim Lifestyle. Die Schweizer Illustrierte hat erstmals die Beilage "Grün" rausgebracht. "Die mit 124 Seiten voluminöse Publikation soll in Zukunft vierteljährlich erscheinen." vgl. auch Beitrag hier auf persönlich. Der eigene Webauftritt (si-gruen.ch) ist noch nicht online. aber in der Print Ausgabe werden diverse Personen über ihren "nachhaltigen" Lebensstil ausgefragt. Dabei werden auch Selbstbewertungstools wie Footprint etc. beworben. Keine Ahnung, ob diese Kennzahlen aussagekräftig sind oder nur der Gewissensberuhigung dienen...
GEO legt der akutellen Ausgabe eine Umfrage mit dem Titel "Klimawandel" bei. Eine der Fragen lautet: "Wie stark trägt unsere Mobilität - bezogen auf die Emissionen von Autos - zum Klimawandel bei?". Hier die Antworten


Green Google: Ohne Worte

Ich denke, diesem Video muss man nicht mehr grossartig etwas hinzufügen:

link zum Youtube Video


Norman Foster sieht in Autos keine Zukunft

Norman Foster (73) gehört zu den einflussreichsten und bekanntesten Architekten der heutigen Zeit und ist Träger des Pritzker-Preises.

Zu seinen zahlreichen Projekten gehören unter anderem das Wembley Stadium in London, der Dresdner Hauptbahnhof, die Metro von Bilbao (Spanien), die Expo MRT Station in Singapur, die Millenium Bridge in London und der internationale Flughafen von Hongkong.

Umso mehr freut es mich, wenn eine solch einflussreiche Person sich in einem Interview mit der deutschen "Zeit" stark macht für moderne Mobilität und sich gegen fossile Treibstoffe stellt.

Ein paar Zitate aus dem Interview:

"Natürlich, das Auto hat unsere Städte komplett verändert, plötzlich konnte man weit draußen wohnen, und die Landschaft wurde zersiedelt. Aber das Auto wird an Bedeutung verlieren, wir müssen wegkommen vom Öl, wegkommen von Transportmitteln, die dem Klima schaden. Und das heißt in der Konsequenz: Unsere Städte werden sich wiederum verändern. Wir erleben gerade einen Epochenwechsel."

"Das liegt vor allem daran, dass wir hier in Europa und auch in den USA furchtbar lahm sind in unserem Denken. Aber schauen Sie sich an, was im Nahen Osten passiert, in Abu Dhabi zum Beispiel. Dort bauen wir gerade Masdar, die erste CO₂-neutrale Stadt der Welt, für über 50000 Bewohner. Die Verantwortlichen dort sind ungeheuer schlau, die warten nicht, bis ihnen das Öl ausgeht, die fangen heute damit an, für eine Zukunft ohne Öl zu planen. Stellen Sie sich vor, schon 2018 soll die Stadt stehen. Das ist ungefähr so, als wollten wir in zehn Jahren den Mond besiedeln."

"Wir wissen weiterhin nicht, wie wir das hinbekommen werden. Viele technische Lösungen müssen wir erst noch entwickeln, wir brauchen neue, intelligente Materialien, ein neuartiges Glas zum Beispiel, das nicht nur gut isolierend wirkt, sondern auch noch wie eine Solarzelle funktioniert und Energie produziert."

"Wir müssen überlegen, welche Alternativen wir zum Auto anbieten können. Nur so können wir unser Ziel erreichen: eine Stadt, die ihren eigenen Strom, ihr eigenes Wasser produziert und ohne fossile Brennstoffe auskommt."

"Ich beobachte schon heute, dass es für viele Menschen der größte Luxus ist, nicht mit dem Auto fahren zu müssen. Es ist ein Luxus, alles zu Fuß erreichen zu können, den Obsthändler, den Arzt, das Kino. Deshalb sind ja die Lagen in der Innenstadt oft ungeheuer begehrt, in London zum Beispiel Notting Hill oder Chelsea."

"Wir müssen verhindern, dass die Zersiedelung weiter fortschreitet, schon wegen des Klimawandels kann es nicht sein, dass unser Lebensmodell mit den vielen kleinen Einfamilienhäusern überall kopiert wird. Deshalb brauchen wir Dichte, wir brauchen Hochhäuser, die ein grünes, menschenfreundliches Leben in der Höhe ermöglichen. Und technisch lässt sich das ja durchaus machen, das haben wir in vielen Projekten gezeigt, denken Sie nur an den Commerzbank-Turm in Frankfurt. Viele unserer Gebäude sparen Energie, und sie schaffen ein viel angenehmeres Arbeits- und Wohnklima. Unsere Architektur hat eine technische und eine soziale Dimension."

"Ich bin in diesem Jahr wieder beim Engadin Skimarathon mitgelaufen, das hat mir wirklich sehr großen Spaß gemacht. Es war ein starkes Läuferfeld, ich habe mich aber, glaube ich, ganz gut gehalten. Das ist ein Vorteil, wenn man hier in der Schweiz lebt, man hat die Berge, man hat den Schnee. Auch wenn ich Rad fahren will, muss ich nur mein Fahrrad aus dem Haus holen, und los geht’s. In London ist das viel mühsamer: erst ins Auto, dann eine Stunde fahren, dann aufs Rad, dann wieder eine Stunde im Auto."


Nur dass Flugzeuge noch umweltschädlicher sind als Autos, das muss man ihm wohl noch beibringen... ;-)

Das ganze Interview gibt es hier zu lesen: Norman Foster: Wir brauchen Hochhäuser


Tyler Brûlé outet sich als Velo-Fan!

Eine Vorliebe für gutes Design und Luxus heisst nicht automatisch grosses und teure Autos. Tyler Brûlé gab in seinem Interview im Magazin vom Tages-Anzeiger seine Ansicht über trendige Verkehrsmittel zum Besten:

Das Magazin: "Haben Sie nie ein schlechtes Gewissen wegen Ihrer Vielfliegerei?"
Tyler Brûlé: "Nie. Es gehört zu meinem Job, ich tue sonst, was ich kann für die Umwelt. Ich bin ja kein Auto-Guy, sondern ein Velo-Fan. Ich kann an keinem Veloladen vorbeigehen, ohne hineinzusteuern.Und wissen Sie was? Wenn Sie wirklich hip sein wollen, sollten Sie nur noch Velo fahren, besonders wenn Sie in einer Stadt wohnen. Leider hat man das in London noch nicht begriffen, ich glaube, die Schweizer sind in dieser Hinsicht die wahren Trendsetter."

Das nenn ich ein Vorbild!
und wer sich gerne wiedereinmal eine Zeitschrift als hard copy zu Gemüte führen will, gibt es fast an jedem Kiosk! MONOCLE


wrap your car!

Auf diesen Beitrag von Dieter bin ich leider zwei, drei Tage zu spät aufmerksam geworden, die Idee ist aber auch nach dem 1. Juni noch hochaktuell, watch this one!



Strassen zum Leben und nicht zum fahren

Eine Strasse zum Leben und nicht zum fahren.Vor allem in den Städten gibt es glücklicherweise immer mehr Strassen sogenannte Begegnungszonen. Diese gibt es seit Januar 2002 auf gesetzlicher Basis. Die Anforderungen sind sehr gering, so dürfen etwa keine Fussgängerstreifen angelegt werden und der Eingang zu einer solchen Zone muss durch ein Tor oder etwas torähnliches signalisiert werden. Die Höchstgeschwindigkeit ist 20 km/h.

Vorteile gibt es viele. So ist eine solche Zone ruhiger, weil die Autos weniger und langsamer durchfahren. Die Sicherheit ist ebenfalls höher, weil durch die tiefere Geschwindigkeit der Bremsweg kürzer wird. Fussgänger dürfen die ganze Fahrbahn benützen, wenn sie den Verkehr nicht unnötig stören. Auch haben die Fussgänger ein Vortrittsrecht gegenüber Fahrzeuglenkern.

Trotzdem sollte man auch immer an den Langsamverkehr denken. Denn um den Verkehr zu beruhigen - auch ausserhalb diese Begegnungszonen -, wird häufig mit versetzt angeordneten Parkplätzen gearbeitet. Das ist zwar recht effektiv, hat aber gewichtige Nachteile. So können Autos und Velos oft nicht einfach so kreuzen, denn die Fahrbahn ist schlicht und einfach zu schmal. Das behindert neben den Autofahrern natürlich auch die Velofahrer. Kinder, die draussen spielen können nicht auf die durchfahrenden Autos sehen und umgekehrt. Hinter geparkten Autos plötzlich auftauchende Verkehrsteilnehmer sind ebenfalls gefährlich und gerade Kinder auf Velos können über die parkierten Autos nicht hinwegsehen.

Meiner Meinung nach dürfen Quartierstrassen gerne mit Hindernissen wie breiteren Trottoirs, Blumenrabatten, etc. beruhigt werden, allerdings muss genügend Platz für Velo und Auto bleiben. Auch gehören meiner Meinung nach nicht neue Parkplätze in die Wohnquartiere, denn dadurch wird die Attraktivität des Autos gestärkt.

Solche Begegnungszonen sind sehr wichtig, machen sie ein Quartier doch viel wohnlicher.


Auto stehen lassen: 2'950 Euro weniger Stau- und Umweltkosten

Folgende Aussage habe ich bei oekonews.at gefunden:

"Jeder Pendler, der im Ballungsraum vom Auto auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, spart der Allgemeinheit rund 2'950 Euro an Stau- und Umweltkosten."

Wenn man nun wüsste, wieviele Menschen aus den Ballungsräumen der grossen Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem ÖV statt mit dem Auto zur Arbeit fahren, dann könnte man mal ausrechnen, wieviele Euros dadurch eingespart werden.

Wer also genaue Zahlen hat: Her damit! :)

Ein kleines Beispiel kann ich aus meiner Erfahrung als Zugbegleiter machen: Wenn ich jeweils eine Frühtour habe und am Morgen die Pendler aus dem Raum Wädenswil und Thalwil nach Zürich bringe, sind dies ungefähr 180 Menschen pro Zug, welche in diesen beiden Stationen zusteigen. Gehen wir nun davon aus, dass diese Menschen jeden Tag den Zug nehmen, um zur Arbeit zu gelangen. Dann wären dies (den österreichischen Zahlen zufolge) jährlich rund 531.000 Euro (867.000 Franken) welche eingespart werden. Eine beachtliche Zahl!

Natürlich kann man die Zahl aus Österreich (2'950 Euro) nicht 1:1 auf Schweizer Verhältnisse übernehmen. So grob geschätzt wird sie vermutlich aber schon stimmen.


Buch über das Verbot von Kraftfahrzeugen in Graubünden

Rückblickend ist es noch gar nicht so lange her, dass im Schweizer Kanton Graubünden ein vollständiges Autoverbot gab. Dieses Verbot von Kraftfahrzeugen galt fast durchgehend von 1900 bis 1925, nicht weniger als zehn Volksabstimmungen vergingen bis die Motorisierung auf den Bündner Strassen Einzug hielt.
Stefan Hollinger stellt in seinem neuen Buch "Graubünden und das Auto" die Kontroversen im Detail dar und hat sein Werk in dieser Gratiszeitung (PDF, Seite 16) zusammengefasst.
Hier zwei, drei Leseproben:
Die Ergebnisse zeigen, dass monokausale und stereotype Erklärungen, wie die Annahme einer grundsätzlichen modernitäts-, technik- und fortschrittsfeindlichen Haltung der Bündner Landwirte und Fuhrleute, zu kurz greifen, um ein derart komplexes und vielschichtiges Phänomen wie den Widerstand gegen die Motorisierung zu erklären.


und weiter:
Im Mittelpunkt der Automobilkritik stand die Diskrepanz zwischen dem
auf die Erfüllung eines individuellen Bedürfnisses der Automobilisten ausgerichteten Nutzen
auf der einen und den negativen Begleiterscheinungen, welche der motorisierte Verkehr
der Allgemeinheit aufzwang, auf der anderen Seite. Die Akzeptanz der Automobiltechnologie
war also wesentlich davon abhängig, ob es gelingen würde, die Kosten und Nachteile
des neuen Verkehrsträgers zu minimieren und den gesamtgesellschaftlichen Nutzen zu
steigern.


und schliesslich:
Der Widerstand gegen den Kraftfahrzeugverkehr war in solchen
Gemeinden besonders stark, welche auf Grund ihrer Lage entlang einer Zufahrtsstrasse
zu den Tourismuszentren oder zur Hauptstadt damit rechnen mussten, von den Automobilisten
bloss durchfahren zu werden. Die negativen Begleiterscheinungen des Automobilverkehrs
(Verkehrsunsicherheit, Lärm, Staub, Strassenunterhaltskosten) erschienen den
Bewohnern solcher Transitgegenden ein unverhältnismässiger Preis für die wirtschaftlichen
Vorteile, die daraus andernorts resultierten.


In meinen Augen gibt es hier durchaus Parallelen zu dem aktuellen Widerstand gegen die Transitlawine in den Alpen, sei es im Tirol (Austria) oder in Uri und in der Leventina (Schweiz). Die vorliegende Arbeit von Stefan Hollinger zeigt uns, dass die Auto Dominanz in unseren Dörfern und Städten keine "gottgegebene" Tatsache ist, sondern eine durchaus umstrittene Entwicklung der letzten Jahrzehnten und daher durchaus in Frage gestellt werden muss.

p.s. Mich würde interessieren, ob Herr Hollinger privat AUTOLOS unterwegs ist...
;-)
so oder so, vielleicht können wir den Autor zu einem Gastbeitrag animieren, aber ich freue mich auch auf einen Kommentar!


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    Florin Jaeger - 2010-07-28 22:24
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    Saugeil, gerade erst jetzt darüber gestossen......
    Single - 2010-06-20 13:36
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    estetik - 2010-06-10 10:11
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    na Herzlichen Glückwunsch:) Ich hoffe ihr bleibt...
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    yiim.de - 2010-05-09 14:50
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    Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass der TÜV...
    Babymacher - 2010-05-03 14:03
    Bobby-Cars
    am geilsten finde ich die bobby-cars der autohersteller........
    fecabook - 2010-04-23 14:39
    shirt
    Ok, Montag, 12 Uhr, Calandagärtli! Bis dann!
    Peter - 2010-04-16 18:13
    Shirt
    bring dir eines Montag um 12h an den Postplatz, Eingang...
    autolos - 2010-04-16 12:00
    die Produktionskosten...
    die Produktionskosten der Shirts können wir nicht...
    autolos - 2010-04-16 11:52
    shirt
    Au ja, so eins will ich auch. Wie krieg ich denn eins?...
    Peter - 2010-04-16 11:45
    do want.
    do want.
    Pino - 2010-04-15 19:01
    Wie jetzt? Dies prima...
    Wie jetzt? Dies prima Shirt einfach so? Dann sehr gerne.
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