Nachdem es eine
grössere Diskussion zum Artikel von
Florin gegeben hatte, möchte ich das Thema nochmals aufgreifen und aus meinem (zwar nicht übergrossen) Wissen über Ökologie, fossile Treibstoffe und deren Verbrennung schöpfen.
Motorräder sind zwar häufig, wie von Pascal behauptet, Viertakter, dennoch sind gerade die verbreiteten kleinen Töffli in der Kategorie bis
50 ccm überwiegend Zweitakter. Ein Zweitaktmotor hat zwar den Vorteil, dass er innert kurzer Zeit auf hohe Drehzahlen und damit hohe Leistungen gebracht werden kann. Nicht zuletzt deshalb werden Zweitakter auch bei Motocross oder anderen Dingen eingesetzt, wo besonders die Beschleunigung auch wichtig ist. Beispielsweise Tom Lüthis Maschinen waren und sind beide, sowohl in der
125er Klassse als auch bei den
250ern, mit Zweitaktmotoren ausgerüstet. Wer also mit einem Renntöff oder einem ähnlichen Modell unterwegs ist, der hat mit grosser Sicherheit einen Zweitakter, auch weil diese Motoren viel leichter sind.
Zweitakter haben allerdings den grossen Nachteil, dass man sie mit
speziellem Treibstoff betanken muss, der neben der reinen Antriebskomponente auch Schmiermittel enthält. Diese Schmiermittel sorgen für den
hohen Russausstoss, weil auch sie mitverbrannt und ausgestossen werden. Daneben arbeiten Zweitakter auf Grund der
Bauweise des Motors sehr innefizient, denn bei jedem Umlauf des Kolbens vermischt sich das Benzin-Luft-Gemisch mit dem bereits verbrannten Gas (siehe
Wikipedia).
Alle diese Faktoren führen dazu, dass
Motorräder sehr umweltschädlich sind, selbst wenn auch bei einem Auto der Katalysator nicht alle, sondern nur etwa 90% (im Idealfall) der giftigen Abgase umwandelt. Bei Motorrädern sind die
Abgasnormen Euro 1-3 viel höher angesetzt, als bei Autos und gerade die
Stickoxide (NOx) und das toxische
Kohlenmonoxid (CO) dürfen in enormen Mengen ausgestossen werden -
auch bei Viertaktern! Stickoxide (NOx) sind bei der Entstehung von
Ozon (O3) beteiligt und werden in grossem Ausmass vom motorisierten Verkehr ausgestossen. Vor der Einführung war der Ausstoss natürlich noch höher, aber unterdessen hat auch der Verkehr wieder zugenommen und frisst die Erfolge des Katalysators auf. Ausserdem braucht ein Katalysator eine gewisse Zeit, um optimal aktiv zu werden, denn er muss erst auf Betriebstemperatur kommen. Dafür braucht es so ungefähr ein bis zwei Kilometer Autofahrt.
Die Verbindungen, welche in der
Tabelle bei Wikipedia mit
HC bezeichnet sind, nennt man auch Kohlenwasserstoffe. Im konkreten Fall hier sind das unverbrannte Kohlenstoffketten und Russ, der nichts anderes ist als
nicht komplett oxidierter Kohlenstoff. Diese kennen wir auch als PM10 (engl. für "
particulate matters 10 µm", Partikel kleiner als 10 µm [Mikrometer]) oder Feinstaub kennen. Diese sorgen besonders im Winter bei Inversionslagen für enorm hohe Belastungen der Atemwege, genau so wie Ozon im Sommer.
Alle diese
Schadstoffe entstehen
immer bei einem Verbrennungsmotor, weil nie die optimale Versorgung mit Sauerstoff gewährleistet ist und nicht, wie suggeriert wurde . Deshalb entstehen sie
auch bei Autos, wo die Menge durch den Katalysator aber etwas gemildert wird. Grundsätzlich ist aus allen diesen Gründen nur schon rein von der
Schadstoffseite der Verbrennungsmotor schlecht.