.:: öv ::.

Gleich lange Spiesse für Auto und Tram

Am 30. November darf die Bevölkerung des Kantons Zürich u.a. über die Volksinitiative „Mit dem Tram direkt zum Zoo“ abstimmen. Auf den ersten Blick scheint die Vorlage nicht wirklich dringlich. Wer es schafft, im Zoo herumzuwandern, schafft es mutmasslich auch, die 350m von der Tramhaltestelle zum Haupteingang hinter sich zu bringen. Die Welt könnte also auch ohne einen direkten Anschluss des Zoos an den ÖV leben.

ABER (klar, kommt jetzt ein aber - wir sind schliesslich auf dem Autolos-Blog):
Es geht eben nicht nur um die paar hundert Meter, sondern um die Frage, welches Verkehrsmittel den einfachsten Zugang zum Zoo ermöglicht. Wie man auf dem Bild unten sieht, sind im Moment die Parkplätze ideal zwischen beiden Zooeingängen gelegen, was von der Tramhaltestelle nicht gerade behauptet werden kann (schwarze Schlaufe links im Bild). Für eine öffentliche Nutzung mit über 1.5 Millionen Besuchern im Jahr ist das in der heutigen Zeit eigentlich eine Unmöglichkeit. Bei der Abstimmung geht es also nicht primär um die Frage, ob ich als Nutzer den Weg von der Haltestelle zum Haupteigang zumutbar finde, sondern um die Frage, welches Verkehrsmittel der/die DurchschnittsbesucherInnen wählen, wenn sie den Zoo besuchen wollen.

Alles in allem lohnt sich also aus Sicht der Autofreien Zürcher der Gang an die Urne.

verlaengerung_tramlinie_mittel


Die Frage - Was kostet ein GA

Gestern Donnerstag wurde im Tages-Anzeiger folgende Frage beantwortet: "Wo kostet ein Generalabonement (GA) 15'396 Franken?" hier die Antwort:
(Quelle: Tages-Anzeiger Ausgabe Nr. 230, Seite 23)

In Frankreich. Es heisst Abonement Forfait France entière, es wird von den Staatsbahnen SNCF herausgegeben und kostet in der 2. Klasse (!) umgerechnet wirklich soviel. Um Kunden bei der Stange zu halten wird eine Treueprämie gewährt. Im zweiten Jahr kostet es noch 13'408 Franken und im dritten Jahr 12'185 Franken. Im Vergleich: Das Schweizer Generalabo 2. Klasse erhalten Erwachsene für 3100 Franken. Das deutsche Pendant, genannt BahnCard 100 kommt auf 5'712 Franken zu stehen und das österreichische auf 2839 Franken. Doch die Schienennetze der Franzosen und der Deutschen sind viel grösser als das der Schweizer. Die SNCF bietet 30000 km Schiene, die Deutsche Bahn 35000. Die SBB kommen zusammen mit den Privatbahnen auf rund 5000 Kilometer. Hinzu kommt eine nicht bezifferte Distanz von S-Bahnen, Bussen und Schiffen. Im europäischen Umfeld gilt das Schweizer GA dennoch als Unikum, weil es praktisch im gesamten öffentlichen Verkehr gültig ist


Dinge die's im Stau nicht gibt

...und ehrlich gesagt auch selten im ÖV. Aber allemal ein wunderbarer Film!



Familien sind auf den ÖV angewiesen

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens TNS zeigt: Familien in Deutschland brauchen Bus und Bahn. Und: Alleinerziehende sind besonders stark auf den Nahverkehr angewiesen.

Die Studie, welche TNS im Auftrag des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. durchführte, zeigt auf, dass 80 Prozent der befragten Familien damit rechnen, dass die Bedeutung von öffentlichen Verkehrsmitteln für sie zunehmen oder mindestens gleich bleiben wird. "Die Zahlen zeigen, dass Familien ihren Alltag mit Bussen und Bahnen planen", erklärt der VDV-Geschäftsführer Prof. Dr. Adolf Müller-Hellmann.

Diese Umfrageergebnisse gehen einher mit den Fahrgastzählungen diverser Transportunternehmen. So verzeichnet zum Beispiel die Schweizerische Bundesbahn SBB von Jahr zu Jahr deutlich mehr transportierte Personen.

Besonders deutlich ist das Bild der erhöhten Nachfrage bei den Alleinerziehenden: Viele von ihnen sind auf Bus und Bahn angewiesen und mehr als die Hälfte der Alleinerziehenden befürchtet negative oder sehr negative Folgen für die eigene Mobilität von Mittelkürzungen im ÖV. Einsparungen im öffentlichen Verkehr treffen also zuerst die untersten Einkommensschichten.

Deshalb ist es wichtig, dass die Politik für ein flächendeckendes ÖV-Netz sorgt und die Grundlagen für attraktive Verbindungen bereit stellt. Dies hilft nicht nur den Familien, sondern auch der Wirtschaft.


Fahrplanwunder

Einfach mal was praktisches – zwischendurch:

Vielleicht bin ich einfach ein bisschen langsam, aber bei mir hat es ungefähr 15 Jahre regelmässiges pendeln gebraucht, bis mir jemand erklärt hat, dass in der Schweiz der Fahrplan symmetrisch aufgebaut ist. Inzwischen hab ich das verschiedensten Leuten erzählt und noch kaum jemand kannte dieses offenbar „bestgehütete Geheimnis“ unserer SBB. Dabei ist es wirklich extrem praktisch für regelmässige Zugfahrer! Unser Co-Blogger Andreas kann vielleicht erklären, warum die SBB mit dem nicht mehr Werbung machen...

Wie auch immer – der SBB Fahrplan ist also symmetrisch aufgebaut. Was heisst das?

Die Symmetrieachse des Taktfahrplans schneidet auf der Uhr die Minuten 00 und 30. In diesen beiden Momenten treffen sich überall in der ganzen Schweiz gleichartige Züge. Im Allgemeinen gilt nun für jede Richtung: So viele Minuten, wie ein Zug vor der Symmetriezeit eintrifft, so viele Minuten nach der Symmetriezeit verlässt der Gegenzug den Bahnhof.

Wer zum Beispiel von Basel nach Frick fährt und dort um 14:56 ankommt, kann sich drauf verlassen, dass er jeweils um 15:04, 16:04 etc. einen Zug zurück nach Basel hat (in diesem Fall gibt es dazwischen noch ein paar Verbindungen mehr...). Erfahrungsgemäss kann es Abweichungen von ein paar wenigen Minuten geben, vor allem bei den S-Bahnen. So kommt die S8 von Zürich in Kilchberg jeweils :25 an, die Gegenzüge fahren aber „schon“ um :33 nach Zürich zurück.

Die ostschweizer Regionalbahn Thurbo hat dieses Bildchen geschaltet, welches das Ganze am Beispiel von Wattwil erklärt.

FPL-Symmetrieuhr

Ich verlasse mich seit nunmehr ca. 2 Jahren auf dieses weitere Wunder schweizerischer Fahrplangestaltung – klappt eigentlich immer.

Macht bei Eurer nächsten Fahrt die Probe auf's Exempel!


Hochgeschwindigkeitsnetz der Eisenbahnen - Anschluss der Schweiz

Aus topografischen Gründen wird es in der kleinräumigen Schweiz wohl nie Eisenbahnstrecken geben, wo mit mehr als 300 km/h gefahren werden kann. Ganz anders sieht die Situation in unseren Nachbarländern Frankreich und Deutschland aus, wobei die Franzosen beim Streckenausbau viel mehr Gas geben (vgl. Beitrag Tages-Anzeiger): in zwei, drei Jahren wird der TGV Rhin-Rhône mit 320 km/h von Belfort nach Dijon rasen und damit die Reisezeit von Zürich nach Paris auf 4 Stunden senken.

Quelle: Tages-Anzeiger vom 27. Mai 2008

Der Anschluss der Schweiz an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz ist in Umsetzung (vgl. Grafik oben), leider lassen sich die deutschen Bähnler viel Zeit bis zur vollständigen Elektrifizierung des Abschnitts Lindau-München viel Zeit. Bei dieser Gelegenheit muss man aber auch festhalten, dass ein Ausbau der Eisenbahn-Fernstrecken eine feine Sache ist, dabei aber die (grossen) Verkehrsprobleme der Agglomerationen nicht vergessen werden dürfen.


Schulbusse - Die sicherste Form der Beförderung für Kinder

Schulbus

Alle Jahre wieder veröffentlicht das Statistische Bundesamt (Deutschland) die Zahlen zu den Strassenverkehrsunfällen und vergleicht die Verkehrsmittel miteinander.

Das Resultat ist immer wieder das gleiche: Busse und Schulbusse zählen zu den sichersten Verkehrmitteln des Landes.

Dies steht im Gegensatz zu der Meinung vieler Eltern. Fragt man die nach dem sichersten Transportmittel für ihre Kinder, heisst es oft: "Der Pkw natürlich." Doch gerade der Pkw ist sehr häufig in Unfälle verwickelt.

Die Gründe für die hohe Sicherheit der Busse mögen vielfältig sein. Bestimmt zählt dazu die gute Ausbildung der Fahrer. Weiters verfügen viele Busse über drei unabhängig voneinander wirkende Bremssysteme: Eine Radbremse mit Anti-Blockier-System, eine Motorbremse und einen Retarder (zusätzliches, verschleissfreies Bremssystem). Die Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) verhindert ausserdem, dass die Räder bei der Anfahrt auf glattem oder instabilem Untergrund durchdrehen und der Bus seitlich wegrutscht. Auch der Tempomat darf bei einem Bus nicht fehlen. Er sorgt dafür, dass der Bus eine bestimmte Geschwindigkeit nicht überschreitet.


ÖV soll attraktiver werden - oder ist er das schon?

Bestimmt würden viele Leute gleich zum nächsten Bahnhof oder zur nächsten Bushaltestelle rennen, wären da nicht dies und jenes.

"(Arbeits-)Zeit ist Geld"
Zum einen gibt es die Tatsache, dass eine Bahnfahrt von zu Hause bis zur Arbeit zum Beispiel 1 Stunde dauert und man mit dem Auto in 30 Minuten am Ziel ist. Würde der Zug in 25 Minuten sein Ziel erreichen, gäbe es im Zug Umsteiger-Partys :-)
Allerdings bleibt das Problem, dass der Bahnhof zu Fuss noch 20 Minuten vom Arbeitsort entfernt ist. Mit dem Chef schimpfen nützt da nichts (und ist auch nicht zu empfehlen). Alternativ kann man sich mit Bus und Fahrrad fortbewegen, man spart damit schon gewaltig Zeit und tut sich und der Umwelt gut.

"Geld ist wertvoll"
Viele denken, dass das Zugfahren teurer ist als wenn man mit dem Auto herumdüst. Ein Vorurteil, dass bei längeren Strecken sicher nicht stimmt. Und bei kürzeren Strecken, lohnt sich nicht mal Autofahren. Laufen oder Velofahren tut bestimmt gut. Zudem gibt es da bestimmt keine Raser. Ausser man befindet sich auf einer Rennstrecke.
Oder sollte man GAs ab 800 Franken einführen, wie Petar es sich wünscht?

"Der öffentliche Verkehr soll attraktiver werden"
Jemand muss uns doch überzeugen, dass der ÖV besser ist als das Auto. Das kann niemand besser als er selbst. Tirol ist noch weit entfernt von dem tollen System, das wir in der Schweiz haben. Warum also nicht einfach mal von diesem profitieren, wenn doch Zugfahren in der Schweiz schon so günstig ist? Innovatives haben wir, nur brauchen will das anscheinend keiner.


Der Kluge reist im Zuge!

Headline CashDaily vom 3. April 2008 Handelt es sich hier um ein Sprichwort oder um eine Volksweisheit? In der heutigen Ausgabe des Schweizer Gratisblatts CashDaily lautet die Headline sinngemäss: "Der kluge Manager reist jetzt im Zuge" - Fragt sich nur wieso erst jetzt? Schnelle Züge und gute Städteverbindungen gibt es nicht erst seit dem Jahr 2008. Reto von NachaltigBeobachtet schrieb hier über Citytrip, die ganz offen die Vorteile der Bahn bei Distanzen bis ca. 700 km kommunizieren. Und dass man(n) solche Trips nicht mit dem Auto macht versteht sich von selbst.


Blog abonnieren (Feed)

Email-Abonnement

E-Mail-Adresse eingeben:

Aktuelle Kommentare

Hinweis: ich bin kein Republikaner! ;-) http://w ww.spiegel.de/politik/ausl and/0,1518,591525,00.html (...)...
Florin Jaeger • 2008-11-20 11:06

ok, hier im Blog hatte ich auch...
Florin Jaeger • 2008-11-19 10:53

Ich habe wider Erwarten nichts...
Michael Beglinger • 2008-11-19 10:41

danke dir - wir bei AUTOLOS kennen...
Florin Jaeger • 2008-11-19 10:25

project better place
amade.ch • 2008-11-18 18:01

@Reisen: ja, das wäre in etwa...
Florin Jaeger • 2008-11-14 21:15

krass!
Florin Jaeger • 2008-11-14 21:14

Inzwischen habe ich erfahren, dass...
Georg Birkner • 2008-11-14 21:05

Kontrast
Reisen • 2008-11-14 16:24

Genau gelesen!
Reisen • 2008-11-14 16:19

wie lautete der Slogan der Autopartei...
autolos • 2008-11-14 15:57

Verkaufszahlen
HOEFI • 2008-11-14 10:25

auto-schweiz
fussgänger • 2008-11-13 17:33

werbung
amade.ch • 2008-11-13 08:50

ok, der Reihe nach: 1) das posting...
autolos • 2008-11-11 20:47

gegenangriff?
amade.ch • 2008-11-11 14:48

ein Link für die nächstwöchige...
Andreas Kyriacou • 2008-11-11 06:44

bin gespannt ob es Obama schaffen...
Florin Jaeger • 2008-11-07 10:26

Lieber Andreas, nun doch noch eine...
Georg Birkner • 2008-11-06 22:10

schön, dass jemand trotz den...
Georg Birkner • 2008-11-05 22:11

Suche

 

CH Blogosphere (by SLUG)

Die Bombe tickt und wird ignoriert
Die Welt schreit “Finanzkrise!”,...
DOBSZAY's Ansichten und Einsichten -
RobnSteeph- Is doch egal
Die Wiederauferstehung...
News aus der Musikszene Schweiz -
Schweiz: Vom Sonderfall zum Sanierungsfall
Die Schweiz hat sich...
Gedankenblitze -
kamel im niederdorf
kamel im niederdorf (via...
simple mobile lifestyle -
Kompatech GmbH
(via niiconn.net)
niiconn.net -
Haider-Freund Petzner schmeisst...
Eigentlich sollte der...
tou.ch -
Setup Firefox To Use Minimal Screen...
Setup Firefox To Use...
gisiger.net // Tumblelog -
Reich-Ranickis Watschen für...
Berthold Seewald hat...
SideEffects (Kunst + Kultur + Wissen + Gespräche = Zivilisation) -
etwas glück braucht der mensch
(via Reflections)
Reflections -
Zürisee
bundlebit b&b -