Etikettenschwindel bei Energie Schweiz und Autoimporteuren
Das Budget für Öffentlichkeitsarbeit vom Bundesamt für Energie wird sicherlich millionenschwer sein, in den vergangene Tagen wurde in der ganzen Schweiz die Postille "Extrablatt für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer" verteilt. Zudem wird eine eigener Webauftritt beworben http://www.bau-schlau.ch (Achtung, funktioniert nur mit www). Hier finden sich auch die älteren Ausgaben dieser Gratis Zeitung, Link zu der aktuellen Ausgabe als PDF file (5 MB)
Was uns an dieser Stelle sauer aufstösst - das BFE schreibt auf seinem Internetauftritt, dass "(...) Fast die Hälfte des schweizerischen Energieverbrauchs wird für den Bau und Betrieb von Gebäuden verwendet. Die Erneuerung von Gebäuden bietet daher eine Riesenchance zur Verringerung des Energieverbrauchs. (...)" Und dann wird auf der Startseite der aktuellen Ausgabe vom Extrablatt der Kauf von neuen Autos beworben - offenbar haben 895 (!) Modelle die Energieetikette A - Was für eine Überraschung - Das ist doch vollkommener Etikettenschwindel, dieses Energie Label wurde doch zusammen mit den Autoimporteuren designt, die Aussagekraft ist als sehr fragwürdeig, dass hat die NZZ bereits 2005 erkannt:
(...) Damit nicht genug, die Einteilung in die Energieeffizienz-Kategorien A bis G erfolgt bei der Energie-Etikette fürs Auto anhand von Treibstoffverbrauch und Leergewicht - und das in jeder der acht Fahrzeugklassen nach unterschiedlichen Gewichtungen. Dies hat zur Folge, dass von zwei Autos der gleichen Klasse (z. B. Kleinwagen), die etwa gleich viel Treibstoff verbrauchen (und damit auch annähernd identische CO2- Mengen ausstossen), jenes als «umweltverträglicher» eingestuft wird, das schwerer ist. So wird manch mächtiger Offroader mit hohem Treibstoffverbrauch besser bewertet als ein sparsamer Kleinwagen. Ein Beispiel: Ein Ford Ka 1,3, dessen 70-PS-Motor nur 6,2 l/100 km verbraucht und 147 g CO2/km ausstösst, wird in die schlechte Kategorie D eingeteilt. Ein Volvo XC90 D5, dessen 163-PS-Dieselmotor 8,3 l/100 km verbraucht und 219 g CO2 pro Kilometer in die Luft bläst, erhält dafür die gute Energieeffizienz- Kategorie B. Und selbst ein VW Touareg V10 TDI wird, trotz 12,2 l/100 km Durchschnittsverbrauch und einem enormen CO2-Ausstoss von 329 g/km, noch in dieselbe Kategorie D eingeteilt wie der kleine Ford. Obwohl dieser weniger als die Hälfte CO2 produziert.
Unter dem Mäntelchen von Energie Schweiz und dem Claim "Energie sparen" noch mehr (grosse und schwere) Autos verkaufen, das darf doch nicht sein! Da hilft auch der Hinweis "... wenn immer möglich den öffentlichen Verkehr als 'Erstwagen' benutzen" nicht wirklich, zudem werden auf einer Doppelseite alle Autohändler der jeweiligen Region aufgeführt. Die Autoimporteure werden sich ins Fäustchen lachen.
update
1) offenbar gelten jetzt etwas "strengere" Werte, schreibt das UVEK im Februar 2008 - "(...) Durch die Anpassung wird garantiert, dass erneut nur ein Siebtel (sic!) aller Neuwagenmodelle in die beste Effizienz-Kategorie A fällt."
2) dieser Artikel von Hanspeter Guggenbühl fasst den Unsinn Auto gut zusammen
[Punkt 2 via Ignoranz]
Was uns an dieser Stelle sauer aufstösst - das BFE schreibt auf seinem Internetauftritt, dass "(...) Fast die Hälfte des schweizerischen Energieverbrauchs wird für den Bau und Betrieb von Gebäuden verwendet. Die Erneuerung von Gebäuden bietet daher eine Riesenchance zur Verringerung des Energieverbrauchs. (...)" Und dann wird auf der Startseite der aktuellen Ausgabe vom Extrablatt der Kauf von neuen Autos beworben - offenbar haben 895 (!) Modelle die Energieetikette A - Was für eine Überraschung - Das ist doch vollkommener Etikettenschwindel, dieses Energie Label wurde doch zusammen mit den Autoimporteuren designt, die Aussagekraft ist als sehr fragwürdeig, dass hat die NZZ bereits 2005 erkannt:
(...) Damit nicht genug, die Einteilung in die Energieeffizienz-Kategorien A bis G erfolgt bei der Energie-Etikette fürs Auto anhand von Treibstoffverbrauch und Leergewicht - und das in jeder der acht Fahrzeugklassen nach unterschiedlichen Gewichtungen. Dies hat zur Folge, dass von zwei Autos der gleichen Klasse (z. B. Kleinwagen), die etwa gleich viel Treibstoff verbrauchen (und damit auch annähernd identische CO2- Mengen ausstossen), jenes als «umweltverträglicher» eingestuft wird, das schwerer ist. So wird manch mächtiger Offroader mit hohem Treibstoffverbrauch besser bewertet als ein sparsamer Kleinwagen. Ein Beispiel: Ein Ford Ka 1,3, dessen 70-PS-Motor nur 6,2 l/100 km verbraucht und 147 g CO2/km ausstösst, wird in die schlechte Kategorie D eingeteilt. Ein Volvo XC90 D5, dessen 163-PS-Dieselmotor 8,3 l/100 km verbraucht und 219 g CO2 pro Kilometer in die Luft bläst, erhält dafür die gute Energieeffizienz- Kategorie B. Und selbst ein VW Touareg V10 TDI wird, trotz 12,2 l/100 km Durchschnittsverbrauch und einem enormen CO2-Ausstoss von 329 g/km, noch in dieselbe Kategorie D eingeteilt wie der kleine Ford. Obwohl dieser weniger als die Hälfte CO2 produziert.
Unter dem Mäntelchen von Energie Schweiz und dem Claim "Energie sparen" noch mehr (grosse und schwere) Autos verkaufen, das darf doch nicht sein! Da hilft auch der Hinweis "... wenn immer möglich den öffentlichen Verkehr als 'Erstwagen' benutzen" nicht wirklich, zudem werden auf einer Doppelseite alle Autohändler der jeweiligen Region aufgeführt. Die Autoimporteure werden sich ins Fäustchen lachen.
update
1) offenbar gelten jetzt etwas "strengere" Werte, schreibt das UVEK im Februar 2008 - "(...) Durch die Anpassung wird garantiert, dass erneut nur ein Siebtel (sic!) aller Neuwagenmodelle in die beste Effizienz-Kategorie A fällt."
2) dieser Artikel von Hanspeter Guggenbühl fasst den Unsinn Auto gut zusammen
[Punkt 2 via Ignoranz]





