Sechsspuriger Widerspruch im Aargau
Mit diesem Schritt, der frühestens in 20 Jahren umgesetzt wird, werden gar keine Probleme gelöst, sondern nur geschaffen - sei es auf der Autobahn, in den Dörfern und Städten sowie global.Wird nämlich mehr Platz für die Autofahrer angeboten, so werden auch mehr diesen Platz ausnützen. Das gleiche sieht man an allen Orten, wo die Verkehrswege ausgebaut wurden. Nur ist eine Zunahme des automobilen Mobilität wesentlich folgenreicher, als wenn die gleiche Anzahl (und sogar die gleichen) Leute auf dem Velo oder zu Fuss unterwegs wären.
Wenn man sieht, wie viel mehr öffentlichen Raum ein Autofahrer im Gegensatz zu einem Velofahrer heute schon beansprucht, ist es schlicht und einfach falsch, noch mehr zur Verfügung zu stellen.Wenn tatsächlich 2030 die A1 sechs Spuren haben sollte, so wird vermutlich entweder kein Öl mehr da sein, um alle Autos zu betreiben oder es wird ähnlich teuer wie Edelmetalle sein. Je nach Geologe oder Mineraloge ist der Peak Oil schon vorüber, als geht es nur noch abwärts mit den Erdölförderungen.
Für den grössten und wichtigsten Widerspruch allerdings halte ich die (unausgesprochene) Idee, man könne gleichzeitig kräftig weiter Auto fahren und das Klima schützen. Denn während die Nachteile von CO2-Ausstoss bis kleinerer Lebensqualität heute ja klar auf dem Tisch liegen, scheint die Verbindung zur Verkehrspolitik noch nicht so ganz geklappt zu haben.
Mein Vorschlag ist eine pragmatische und realistische Lösung: Die Unmengen von Geld könnten, statt in den Strassenbau dem Langsamverkehr und dem öffentlichen Verkehr zukommen. Diese Verkehrsformen werden wir auch noch Ende dieses Jahrhunderts sehen können, denn sie sind nicht abhängig vom endlichen Rohstoff Öl und haben soziale wie wirtschaftliche Vorteile. Der Aargauer Regierungsrat sollte doch nochmals den Richtplan überdenken und sich für eine wirklich sinnvolle Investition einsetzen, denn Autobahnen sind ein Auslaufmodell.
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