Fahrplanwunder
Vielleicht bin ich einfach ein bisschen langsam, aber bei mir hat es ungefähr 15 Jahre regelmässiges pendeln gebraucht, bis mir jemand erklärt hat, dass in der Schweiz der Fahrplan symmetrisch aufgebaut ist. Inzwischen hab ich das verschiedensten Leuten erzählt und noch kaum jemand kannte dieses offenbar „bestgehütete Geheimnis“ unserer SBB. Dabei ist es wirklich extrem praktisch für regelmässige Zugfahrer! Unser Co-Blogger Andreas kann vielleicht erklären, warum die SBB mit dem nicht mehr Werbung machen...
Wie auch immer – der SBB Fahrplan ist also symmetrisch aufgebaut. Was heisst das?
Die Symmetrieachse des Taktfahrplans schneidet auf der Uhr die Minuten 00 und 30. In diesen beiden Momenten treffen sich überall in der ganzen Schweiz gleichartige Züge. Im Allgemeinen gilt nun für jede Richtung: So viele Minuten, wie ein Zug vor der Symmetriezeit eintrifft, so viele Minuten nach der Symmetriezeit verlässt der Gegenzug den Bahnhof.
Wer zum Beispiel von Basel nach Frick fährt und dort um 14:56 ankommt, kann sich drauf verlassen, dass er jeweils um 15:04, 16:04 etc. einen Zug zurück nach Basel hat (in diesem Fall gibt es dazwischen noch ein paar Verbindungen mehr...). Erfahrungsgemäss kann es Abweichungen von ein paar wenigen Minuten geben, vor allem bei den S-Bahnen. So kommt die S8 von Zürich in Kilchberg jeweils :25 an, die Gegenzüge fahren aber „schon“ um :33 nach Zürich zurück.
Die ostschweizer Regionalbahn Thurbo hat dieses Bildchen geschaltet, welches das Ganze am Beispiel von Wattwil erklärt.

Ich verlasse mich seit nunmehr ca. 2 Jahren auf dieses weitere Wunder schweizerischer Fahrplangestaltung – klappt eigentlich immer.
Macht bei Eurer nächsten Fahrt die Probe auf's Exempel!





Aber für jene, welche das Thema interessiert, hier noch ein paar zusätzliche Links: