Interview mit Mobility CarSharing zur Kampagne "das beste Auto der Welt"

Im Vorfeld haben wir bereits zwei Artikel über "das beste Auto der Welt" geschrieben. Damit man nicht nur die Meinung von AUTOLOS hört, haben wir kurzerhand ein Interview per E-Mail gemacht.
Ich danke an dieser Stelle Frau Viviana Buchmann, Leiterin Marketing & Verkauf und Mitglied der Geschäftsleitung, die sich bereit erklärt hat, fünf Fragen zum Hauptthema "das beste Auto der Welt" zu beantworten.
Die Fragen und Antworten wurden nach Erhalt in keinster Weise verändert, so dass keine Verwirrung oder Falschaussagen vorkommen.

Das Interview

Pascal Birchler: Zuerst eine Frage, die zum Thema unseres Blogs passt: Könnten Sie auf Dauer auf das Auto verzichten?

Viviana Buchmann: Ja, auf ein privates Fahrzeug kann ich sehr gut verzichten. Mit Mobility ist es möglich Bus, Bahn, Tram, Velo und Auto auf einfache Art in beliebiger Reihenfolge zu kombinieren und somit das Auto gezielter einsetzen zu können.

Pascal Birchler: Das beste Auto der Welt – war der Einfall dieser Marketing-Strategie eine ausgeklügelte Idee oder eher Zufall?

Viviana Buchmann: Mobility hat drei ausgewählten Agenturen ein detailliertes Briefing für die Werbekampagne 2008 zugestellt. Die Gewinneragentur Label hat sich vertieft mit dem Thema „CarSharing“ auseinandergesetzt. Daraus entstanden ist die Idee zur Kampagne „Das beste Auto der Welt“, welche dann in Zusammenarbeit von Mobility und der Werbeagentur entwickelt und umgesetzt worden ist. Die Aussage, „Das beste Auto der Welt“ wird durch die Attribute „das umweltfreundlichste“, „das wirtschaftlichste“ und „das wandelbarste“ umschrieben. Die Argumentation zu diesen einzelnen Punkten ist auf der Webseite www.das-beste-auto-der-welt.ch aufgeführt. Mobility CarSharing ist eine Schweizer Erfindung, die rund um den Globus Schule macht.

Pascal Birchler: Sie setzen nebst Privatpersonen auch auf Geschäftskunden und Klimafreunde. Welche (Neu-)Kunden will Mobility mit der Kampagne „das beste Auto der Welt“ ansprechen?

Viviana Buchmann: Mobility hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Umfragen haben aber ergeben, dass das Wissen um das CarSharing an und für sich und die Funktionsweise relativ gering ist. Mobility will mit dieser Kampagne nicht nur neue Kundensegmente ansprechen und gewinnen, sondern auch vermitteln wie einfach CarSharing funktioniert und was dahinter steckt. Natürlich soll durch die Kampagne auch die Marke Mobility gestärkt werden.

Pascal Birchler: Mobility ist sehr beliebt, über 80'000 Kunden sind mit dem Service zufrieden. Was denken Sie, macht Mobility so erfolgreich? Könnte in diesem Jahr sogar der 100'000. Kunde begrüsst werden?

Viviana Buchmann: Die Hauptgründe für den Erfolg der roten Mobility CarSharing-Flotte bestehen sicher in der einfachen Selbstbedienung rund um die Uhr, der hohen Verfügbarkeit und den transparenten und günstigen Tarifstrukturen. Mobility ist aber nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch effizient. Wie Sie sicherlich auf unserer Webseite bereits gelesen haben, ist die Systematik an und für sich anerkannt nachhaltig. Denn jede Fahrt wird im Voraus bewusst geplant und reserviert. Kommt dazu, dass die rechnerische Treibstoffersparnis der Mobility-Flotte im Vergleich zu Schweizer Neuwagen gem. VSAI im Jahr 2007 rund 520'645 Liter betrug. Die CO2-Reduktion gegenüber Schweizer Neuwagen gem. VSAI betrug 1'458 Tonnen.

Wir gehen nicht davon aus, dass wir noch dieses Jahr den 100'000 Kunden begrüssen können – rechnen und hoffen aber 2009 oder 2010 mit diesem (für das Unternehmen historischen) Schritt.

Pascal Birchler: Das CarSharing der Mobility ist gut mit dem öffentlichen Verkehr vernetzt, was den Service gleich doppelt so attraktiv macht. Doch auch der öV stösst manchmal an seine Grenzen. Wie sehen Sie die aktuelle Situation von Bahn und Bus und welche Verbesserungen würden Sie vornehmen?

Viviana Buchmann: Mobility konnte vor allem auch dank den langjährigen Partnerschaften mit den Anbietern des öffentlichen Verkehrs stark wachsen. Die engen Kooperationen mit Partnern des öffentlichen Verkehrs ermöglichen eine durchgängige und engmaschige Transportkette. Um es einfach zu sagen: Der Mobility-Kunde legt die lange Strecke zwischen zwei Städten bequem mit dem Zug zurück und steigt dort in ein Mobility-Fahrzeug. Im Jahr 2007 sind erwiesenermassen knapp 30'000 mit der Kombinierten Mobilität unterwegs. Es liegt nicht an Mobility die Situation der Anbieter des öffentlichen Verkehrs zu beurteilen beziehungsweise Vorschläge zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs zu unterbreiten.

Weiteres zur Marketing-Kampagne von Mobility

Das Online-Portal persoenlich.com hat bereits am 6. Mai das Geheimnis um "das beste Auto der Welt" gelüftet, wie diesem Artikel zu entnehmen ist. Zitat aus dem Artikel:
Die Web-Domain www.das-beste-auto-der-welt.ch ist nämlich auf einen Marketingmann von Mobility registriert. Bei der Autovermietung stört man sich nicht daran, dass schon beim Launch der Teaser-Spots das Geheimnis gelüftet wurde. Hauptsache, es wird darüber geredet, liess die Mobility-Medienstelle auf Anfrage von "persoenlich.com" verlauten.



2008-05-17 10:58 | Andreas Hobi
Gratulation! Toller Artikel und super Idee mit dem Interview! ;)

2008-05-18 22:22 | Andreas Kyriacou
Hm, wenigstens eine kritische Frage zu ihrem Selbstverständnis hätte ich mir als Ergänzung gewünscht. 100'000 Kunden als Ziel zu haben ist ja schön und gut. Aber wenn's am Schluss nur noch darum geht, dass in der Schweiz noch mehr Autokilometer abgefahren werden, ist's mit Nachhaltigkeit nicht wirklich weit her.

Nur weil ein Wagen kurz vor der Fahrt reserviert werden muss, ist die anschliessend gemachte Fahrt noch nicht zwingend sinnvoll. Mobility hält die Hürde für die Reservation - eigentlich sinnvollerweise - sehr tief, dank mehreren Möglichkeiten, einen Wagen schnell zu buchen und einer Standortdichte, die selbst in mit bestens öV gesegneten Gebieten nicht einmal eine kurze Busfahrt nötig machen, um zum nächstbesten Wagen zu gelangen.

Diese an sich vorbildliche Servicefreundlichkeit senkt aber auch die Hürde, aus reiner Trägheit auf öV oder Velo zu verzichten.

2008-11-20 17:03 | Aktiver Mobility Fahrer
Vom Auto zum Carsharing
Der Weg vom eigenen Auto bis zum CarSharing ist manchmal sehr weit. Die Leute hängen richtig an Ihren Autos, obwohl sie sich diese manchmal gar nicht leisten können.
> > > 2008-11-21 09:28 | autolos antwortete auf diesen Kommentar mit:
da hast du vollkommen recht! Der "Verlust" vom eigenen Auto ist beinahe so, wie wenn jmd. einem das Wohnzimmer wegnimmt... (ich habe es nie selbst erlebt, aber offenbar soll es so sein). Die Medien betonen zudem immer wieder, dass die "armen" Autofahrer zur Kasse gebeten, etc. etc. In den vergangenen Tagen sagte jemdand am TV: "es wäre schlimm wenn wir auf unseres geliebte Auto verzichten müssen (...)" - Kein Wunder, dass die Leute an ihren Autos hängen wenn diese Gefühlsbilder so zementiert werden.
> > > 2008-11-21 13:31 | Andreas Hobi antwortete auf diesen Kommentar mit:
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und neuem gegenüber oft relativ verschlossen. Umso besser, dass Mobility mit dieser Kampagne nicht nur die Marke stärken will, sondern den Leuten auch zeigt, wie einfach Carsharing ist.

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    Rostlaube
    Schön dass es Leute gibt die auch so denken wie...
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    Stellt sich nur die Frage...
    ... ob sich die E-Bikes nicht schneller durchsetzten...
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    GottaGo war doch schon...
    GottaGo war doch schon vorher super und der Programmierer...
    Mixjo - 2011-08-17 15:10
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    sarah wilson - 2011-08-11 12:02
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    Die Leute sollen keine Fahrräder (wie Licht, Reifen,...
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    Sehr geiles Bild. Vielen Dank, hat mich wieder aus...
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