Autofahren für den Klimaschutz
Leider zeigt sich einmal mehr, dass, wer autofrei leben will, im Allgemeinen da wohnt, wo andere fahren. Aktuell wohnen wir an der Seestrasse und gemäss kantonaler Verkehrszählung fahren vor unserem Haus ca. 17'000 Autos pro Tag durch. Wobei der Ausdruck „fahren“ zumindest in der Stosszeit etwas übertrieben ist. Vom Bus aus gesehen (der leider auch nicht schneller vorwärts kommt, als die PW’s), sieht das so aus (am linken Bildrand lässt sich übrigens die fussgängerfreundliche Ausgestaltung der Kilchberger Trottoirs bewundern):

Irgendwie ist es da beruhigend zu wissen, dass die meisten Seeuferbewohner Zürichs wohl ganz neue Autos der gehobenen Klasse fahren und somit wenigstens jeden Tag einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn sie vor unserer Wohnung durchtuckern. Denn wie schreibt doch die Vereinigung der Schweizer Automobilimproteure: „Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz und dem auch beim Kauf seines nächsten Autos Ausdruck verleihen will, kommt nicht an der „neuen“ Energieetikette vorbei.“ Bestimmt haben also alle die VCS-Liste der Energie-effizientesten Autos auf „topten“ studiert, bevor sie sich ihr Auto gekauft haben.
So fahren diese vorbildlichen Mitmenschen jeden Morgen mit Effizienzklasse A ihren BMW der oberen Mittelklasse nach Zürich und abends wieder zurück in ihre Vorortgemeinden. 1.5 Tonnen Leergewicht, angetrieben von einem Benzinmotor mit ca. 15% Wirkungsgrad um einen Menschen zu transportieren – ich meine es als Velofahrer wohl einfach noch nicht ernst genug mit dem Klimaschutz...





Umverkehr gibt voll Gegensteuer und lanciert heute die Städte Initiative
Ich pendle von Meilen nach Zürich, fast täglich. In der Regel benutze ich die Veloroute 66. Wenn es eilt befahre ich die Seestrasse, unter mit lebensbedrohlichen Umständen: Die Velospur ist eingeklemmt zwischen den Parkplätzen auf dem Trottoir und der Rennstrecke. Tempo 60, selbst innerorts, wird häufig überschritten – einen Blechpolizisten findet man zwischen Rapperswil und Zürich vergeblich. Seit fünf Jahren fahre ich die Strecke – noch kein einziges Mal habe ich eine Geschwindigkeitskontrolle bemerkt.
Als ich noch in Zürich-Altstetten gewohnt habe, war mein Arbeitsweg (ins Seefeld) noch gefährlicher: Wer täglich den Veloweg neben der Badenerstrasse zwischen Lindenplatz und Albisriederplatz fährt, weiss, wovon ich schreibe. Zig Einfahrtssträsschen führen über den Veloweg und die meisten Autofahrer bemerken den Veloweg erst, wenn sie schon drauf stehen.