2008-04-05 19:34 | GB.
Verzicht aufs Auto? Nein, koste es was es wolle!
Ciao Andreas,

bin eben hier auf diesen Blog gestossen, und würde noch gerne einige Gründe niederschreiben, wieso ich nicht aufs Auto verzichten will:

- Zeitersparnis: Ich bin auch schon mit dem Zug in die Berner Niederlassung und wohne in der Umgebung von Biel, mit dem Zug habe ich rund 1:10 (Tür zu Tür), mit dem Auto sind es zu Stosszeiten 30-35 Minuten, sonst 20-25.

- Platz: Im Auto habe ich Platz für meinen Krims-Krams, habe mehr oder weniger immer alles dabei und kann auch mal etwas grösseres mitnehmen (Beamer, ganze Apéros, etc).

- Komfort: Das Klima im Verkehrsmittel selber. Zu den Stosszeiten im Zug stinkig und verschwitzt, meistens sogar ohne Sitzplatz. Im Auto kann ich im Sommer das Fenster offen haben und die frische Luft geniessen, im Winter ist es schön warm und angenehm.
Und auch in meinem Auto kann ich, obwohl es mitterlweile auch 7 Jahre alt ist, sehr bequem Langstrecken von 1000km und mehr zurücklegen und steige nicht völlig gerädert aus. (Was bei ÖV mit Zug, Flugzeug Bus etc. schon eher der Fall ist.
Dazu kommt noch, dass ich sowohl auf Kurz und Langstrecken nicht umsteigen muss, ich fahre einfach von Tür zu Tür.

- Flexibilität: Sonntag Nachmittag, spontan mit ein Bekannten einen Ausflug machen, zB. auf den Chasseral, in den Zoo, was auch immer. Das geht auch nicht mit Mobility bzw. ist viel umständlicher.

- Kosten: Stimmt, ÖV ist günstiger. Du rechnest hier allerdings mit unbekannten Variablen, zum Beispiel hat es einen grossen Einfluss was du für ein Auto meinst. Ein neuer Audi A8 mit V12 ist natürlich in der Amortisation und in den Unterhaltskosten wesentlich höher als ein 5-Jähriger VW Golf mit sparsamen 4-Zylinder.
Für mich ist das Auto im Endeffekt sicher teurer, allerdings ist es mir das Wert. Wenn ich kein Auto hätte, könnte ich Freitag / Samstag nicht in den Ausgang, könnte meinen Beruf nicht so erfüllen, wie ich das will, hätte einen schmerzvollen Verlust von Komfort und wäre weniger Flexibel.
Wenn ich dann noch einrechne, dass ich im Auto fünf komfortable Sitzplätze + grosser Kofferraum habe (bei meinem, Audi S6 Kombi) und im Zug eigentlich nur einen Transportschein, zahle ich gerne mehr fürs Auto ;)

-Spass: Zum Schluss, Autofahren macht einfach Spass!

Basierend auf diesen Faktoren, sehe ich für mich keinen Sinn, ÖV's zu benützen.

Gruss, GB.
> > > 2008-04-08 21:20 | fussgänger antwortete auf diesen Kommentar mit:
Hallo G.B., bei deiner Argumentation betreffend Auto im Geschäftsleben kann ich dir in den meisten Punkten folgen, schliesslich verlangt ja niemand dass alle Transporte mit Fahrrädern abgewickelt werden.
Beim Freizeitverkehr sehe ich es so: diese ganze (Wochenende-) Verkerhr hat die heutigen Ausmasse angenommen, weil die Mobilität generell zu billig ist. Klar, diesen Luxus, fast zum Nulltarif mal schnell irgendwo hinzufahren, das möchte niemand aufgeben. Das wir (ich schliesse mich mit ein) dabei unsere Lebensgrundlage, die Erde, zerstören, vergessen viele, offenbar auch du.
> > > 2008-04-10 00:33 | GB. antwortete auf diesen Kommentar mit:
Ciao fussgänger

Stell mir ein Auto hin, was ich mit Strom / Wasserstoff / was auch immer fahren kann, den Komfort bietet wie mein aktuelles und gute Fahrleistungen hat. Ich zögere keine Sekunde und kaufe das Ding, und bin bereit da auch wesentlich mehr zu bezahlen.

Zum Nulltarif fährt ja keiner Auto, ich zahle auch einige tausend Franken im Jahr. Und auch wenn das Benzin nun 2.50 kostet und es keine brauchbare Alternative gibt (für meine Anforderungen) würde ich weiter machen wie gehabt.
Und hier noch eine Anregung: Klar, ich kann auch sagen ich gehe am Wochenende nicht noch in eine Bar mit Kollegen etwas trinken, der Umwelt zuliebe. Das heisst dann allerdings, dass auch das Gastgewerbe Umsatzeinbussen erleidet, wenn sich dieser Trend durchsetzen würde. Darum sehe ich den Sinn von Fussgängerzonen (wie etwa in Biel zwischen Guisan- und Zentralplatz, wo alle 30 Sekunden Bus, Taxi oder Polizei durchfährt) nicht wirklich ein. Teilweise sinnvoll, aber häufig mit vielen Nachteilen verbunden.
Mit den ÖV wäre es nicht möglich wegzugehen, da ich auch mal länger als bis 22 Uhr bleiben möchte...

Davon zu reden, dass ich mit meinen 13l Verbrauch unsere Lebensgrundlage zerstöre, finde ich doch etwas übertrieben. Einen Blick auf Asien werfen, Kohlekraftwerke, verdreckte Industrie, stark zunehmender Verkehr und vieles mehr. Oder Waldbrände und die Abholzung von Wälder? Das schadet wirklich!
Ich bin von der Politik etwas enttäuscht. Natürlich ist es einfach auf den Autofahrer zu zeigen und zu sagen "DU bist schuld". Aber bringen tut das nichts. Über die wirklich wichtigen Dinge wird hauptsächlich geredet, aber Taten folgen nicht, zumindest soweit ich weiss.

Dafür werden sog. Verkehrsberuhigungsmassnahmen erfunden. Auf dem Weg zur Autobahn fahre ich jeden morgen durch eine solche Einrichtung, früher konnte ich da mit 80-100km/h durchfahren. Jetzt muss ich von 80 auf 40 runter, um dann wieder auf 80 zu beschleunigen. Klar - diese Massnahme ist ökologisch sehr sinvoll.
Ein bisschen Verständnis seitens der Grünen und Linken Parteien wäre hier auch angebracht. Eine solche Massnahme bringt eigentlich nichts, ausser Ärger.

Preiserhöhungen schmerzen mich nicht wirklich. Ich bin sehr froh, das so sagen zu können. Allerdings gibt es andere Leute, die auf das Auto angewiesen sind, damit sie Geld verdienen können (Handwerker etc.) und sowieso nur knapp durchkommen. Wenn dort dann das Benzin plötzlich 50 Rappen mehr kostet, kann das gravierende Auswirkungen haben. Und die meisten die so drin sind, könnten sich kein neues umweltschonendes Auto leisten (abgsehen davon dass die eh Mangelware sind).
Ich bin der Meinung, dass es nicht sinnvoll ist die Autofahrer zu bestrafen. Viel sinnvoller ist es eben ein Anreizsystem zu schaffen umweltfreundliche Autos zu kaufen - geringere Steuern, mitfinanzierung des neuen Autos durch den Staat, etc.
Und anstelle dass man Geld investiert teure Bestrafungssysteme zu kreieren könnte man das Geld lieber in Forschung stecken und eine Vorreiterrolle übernehmen.
Was wäre zum Beispiel, wenn sich die Eidgenossenschaft darum bemühen würde, Hersteller wie TESLA (www.teslamotors.com) in die Schweiz zu ziehen? Das wäre marketing- und umwelttechnisch für die Schweiz sicher nicht schadhaft.
Zum Tesla: Wäre eine tolle Alternative für die Fahrt ins Geschäft, könnte ich mich begeistern für!

Wie du siehst, ich bin nicht der ignorante und arrogante Typ, der sich einen Dreck um die Umwelt schert. Ich störe mich lediglich daran, dass man jetzt einfach auf den Autofahrern rumreitet.
Teilweise habe ich auch das Gefühl, dass der Neid eine Rolle spielt.

Gruss, GB.

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