Warum das Auto besser ist als die alternativen Fortbewegungsmittel

Warum das Auto besser ist als die alternativen Fortbewegungsmittel, oder anders formuliert:
"Was hindert Dich daran, auf Dein Auto zu verzichten?"
Diese Frage stellte ich vor ein paar Tagen hier auf autolos.com. Rund 30 Antworten habe ich seither erhalten. Vorallem auf brainr.de gab es interessante Einblicke in die Autofahrer-Köpfe. Einige brauchbar, andere weniger. :)
Was ich immer wieder höre, sei es nun im Privaten oder auch bei meiner Arbeit, ist das Argument "Unabhängigkeit". Mit dem Auto sei man nun einfach ein mal unabhängiger als mit anderen Fortbewegungsmitteln. In Einzelfällen mag dies zutreffen; wer auf dem Land wohnt, in der Nähe einer Haltestelle, welche nur alle zwei Stunden von einem Bus bedient wird, der will natürlich nur bedingt auf sein Auto verzichten. Und wer um 03:00 Uhr nachts dringend irgendwohin muss, der hat es mit einem Auto einfacher.
Und trotzdem kann man meiner Meinung nach auf ein eigenes Auto verzichten. In Situationen, welche einen PKW erfordern, kann man ja immer noch auf Mobility & Co. ausweichen. Während des Tages jedoch ist man in Regionen, welche durch den ÖV gut erschlossen sind, inzwischen meistens schon fast unabhängiger, wenn man nicht mit dem Auto reist: Keine Parkplatz-Suche in der Innenstadt, gute Umsteigeverbindungen von / auf Bus, Bahn und Schiff, keine Staus. Zumindest auf die Schweiz trifft dies zu. Ausserdem kann man in den Zügen und Bussen arbeiten, lesen, schlafen oder in seinen Gedanken versinken... Das nenne ich Unabhängigkeit!
Gewohnheitstier Mensch
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wer mit einem Auto aufgewachsen ist oder sich jahrelang nur mit Autos fortbewegt hat, der hat Mühe, auf den ÖV umzusteigen. Umgekehrt: Wer (wie ich) ohne Auto, dafür mit dem ÖV aufgewachsen ist, der versteht nicht, wie man so auto-abhängig sein kann und wieso ein Leben ohne Auto so unvorstellbar sein soll. (Zu diesem Thema werde ich übrigens demnächst noch schreiben: "Taxi Mama - Wieso es unklug ist, die Kinder zur Schule zu fahren")Wie bringt man einen Menschen dazu, seine Gewohnheiten zu ändern? Darüber sollten sich die ÖV-Unternehmen mal Gedanken machen. Die tollen Werbeplakate sind ja gut und recht, nur meistens erreichen diese nur die bereits bestehenden Kunden. Die Unternehmen sollten die potentiellen ÖV-Kunden dort abholen, wo der Individualverkehr Schwächen hat:
Die Spritpreise sind wieder einmal gestiegen? Super, schickt sofort ein paar Mitarbeiter an die Tankstellen und lasst die Flyer mit den Preisen der ÖV-Fahrausweise verteilen!
Es staut sich wieder einmal auf der Autobahn? Genial, (falls erlaubt) schickt Mitarbeiter zu den stehenden Autos und lasst sie Werbung für den ÖV machen. Alternativ könnte man auch ein Kleinflugzeug in die Luft schicken, welches ein Werbebanner hinter sich herzieht und so dem Stau entlang fliegt. Oder wie wäre es mit Feldwerbung an Autobahnstrecken, welche äusserst stau-anfällig sind?
In der Zürcher Innenstadt steht ein Auto im Parkverbot, die Busse klemmt schon unter dem Scheibenwischer? Nicht schlecht, klemmt doch gleich noch einen Zettel unter den Wischer mit der Info, wie viele Tage der Besitzer mit dem für die Busse auszugebenden Geld das Zürcher Stadtnetz hätte benutzen können! Beispiele gäbe es noch viele.
Reisedauer & Preis
Ein anderes Argument, das ich immer wieder mal höre: "Der ÖV ist zu langsam." Ist das wirklich so? Ja, der ÖV ist vielfach langsamer. Aber die Unterschiede liegen beinahe immer im tiefen Prozentbereich. Wer die Reisezeiten zwischen ÖV und IV einmal vergleichen will, kann die folgenden Websiten besuchen:Deutschland
ÖV: bahn.de
IV: viamichelin.de
Schweiz / Liechtenstein
ÖV: sbb.ch
IV: viamichelin.ch
Österreich
ÖV: oebb.at
IV: viamichelin.de
Im gleichen Atemzug wie die Reisedauer wird jeweils auch der Preis genannt. Der ÖV sei schlicht und einfach viel zu teuer! Ich frage mich: Wieso hält sich dieses Gerücht über Jahre hinweg? Schauen wir uns doch einfach einmal die Fakten an:
Ein IV-Kilometer kostet in der Schweiz im Schnitt CHF 0.76 (Quelle: TCS) und in Deutschland und Österreich EUR 0.55 (Quelle: ADAC).
Zwei Beispiele:
Die Strecke München - Hamburg dauert mit der Bahn 6:53 Stunden und kostet im Normalpreis 122.00 Euro. Mit dem Auto ist man 14 Minuten schneller (3.4%), man bezahlt aber für die 774 Kilometer stolze 425 Euro, also das 3.4-fache. Hier lohnt sich das Auto aus finanziellen Gründen erst, wenn vier erwachsene Personen ohne Ermässigungskarten eine Reise machen wollen.
In der Schweiz braucht man von Chur nach Genf 4:06 Stunden und die Reise kostet ohne Halbtax (Ermässigungskarte 50%) genau 101.00 Franken. Mit dem Auto reist man 4:05 Stunden (= 1 Minute weniger) und man bezahlt für die 394 Kilometer um die 295.50 Franken. Immerhin fast das Dreifache!
Die Zeit- und Preis-Argumente sind also nicht wirklich stichhaltig. Es handelt sich dabei eher um Ausreden. Es gibt nicht wirklich viele Punkte, welche für ein eigenes Auto sprechen. Insbesonders dann nicht, wenn man die Möglichkeit hat, in "Ausnahmesituationen" ein Auto zu mieten. Oft ist es einfach nur der innere Schweinehund, welcher das Umsteigen verhindert.
Zum Schluss noch einige witzige Antworten, welche ich auf meine Frage bei brainr.de erhalten habe. Was hindert Dich daran, auf Dein Auto zu verzichten?:
- Die Frau natürlich
- Mein Mann
- meine Dummheit
- meine asoziale Ader
- meine fehlende Intelligenz
- meine 150 kg
- meine Lust an der Zerstörung der Umwelt
- ich liebe es stundenlang durch die Gassen einer Stadt zu fahren und einen Parkplatz zu suchen
- mit der Bahn bequem in die Stadt - ist doch nur was für Weicheier
- Ich liebe Staus
Bild © (cc) Velaia (ParisPeking) (flickr.com)
Tags: deutschland verzicht tankstellen carsharing schweiz parkplätze auto autolos pendler bus





Was den Zeitfaktor betrifft, steht der ÖV eigentlich nur halbwegs gut da, wenn man die Strecken zwischen grösseren Orten betrachtet. Wohnt man aber dort nicht direkt beim Bahnhof oder muss sonstwo hin, wächst der Zeitaufwand sehr schnell. Nach Zürich HB (etwa 30 km) Distanz benötige ich mit dem ÖV beispielsweise knapp eine Stunde, mit dem Auto etwa 30 Minuten. Und die knappe Stunde mit dem ÖV gilt nur, wenn ich mich am Fahrplan orientiere, laufe ich einmal mal zur Busstation, muss ich bis zu einer halben Stunde warten. ÖV ist nicht schlecht, aber für all das Geld, das für dafür ausgeben, ist er eigentlich miserabel. Für etwa gleich viel Geld deckt der Autoverkehr seine Kosten zu mehr als 100% und leistet rund 85% der Transporte in der Schweiz.
Ja, man kann auf ein Auto verzichten, vor allem, wenn man in einem grösseren Ort in Bahnhofsnähe wohnt. Dann kann man all die Subventionen für den ÖV auch voll ausnützen. Gut ist allerdings noch, wenn man den Stosszeiten ausweichen kann, sprich kein Pendeln vor 9 Uhr und zwischen 16 und 20 Uhr. Und nach 20 Uhr muss man Nerven zeigen, die Gesellschaft im ÖV und an den Bahnhöfen ist nicht immer angenehm.
Aber es geht. Man muss sich organisieren.
bin eben hier auf diesen Blog gestossen, und würde noch gerne einige Gründe niederschreiben, wieso ich nicht aufs Auto verzichten will:
- Zeitersparnis: Ich bin auch schon mit dem Zug in die Berner Niederlassung und wohne in der Umgebung von Biel, mit dem Zug habe ich rund 1:10 (Tür zu Tür), mit dem Auto sind es zu Stosszeiten 30-35 Minuten, sonst 20-25.
- Platz: Im Auto habe ich Platz für meinen Krims-Krams, habe mehr oder weniger immer alles dabei und kann auch mal etwas grösseres mitnehmen (Beamer, ganze Apéros, etc).
- Komfort: Das Klima im Verkehrsmittel selber. Zu den Stosszeiten im Zug stinkig und verschwitzt, meistens sogar ohne Sitzplatz. Im Auto kann ich im Sommer das Fenster offen haben und die frische Luft geniessen, im Winter ist es schön warm und angenehm.
Und auch in meinem Auto kann ich, obwohl es mitterlweile auch 7 Jahre alt ist, sehr bequem Langstrecken von 1000km und mehr zurücklegen und steige nicht völlig gerädert aus. (Was bei ÖV mit Zug, Flugzeug Bus etc. schon eher der Fall ist.
Dazu kommt noch, dass ich sowohl auf Kurz und Langstrecken nicht umsteigen muss, ich fahre einfach von Tür zu Tür.
- Flexibilität: Sonntag Nachmittag, spontan mit ein Bekannten einen Ausflug machen, zB. auf den Chasseral, in den Zoo, was auch immer. Das geht auch nicht mit Mobility bzw. ist viel umständlicher.
- Kosten: Stimmt, ÖV ist günstiger. Du rechnest hier allerdings mit unbekannten Variablen, zum Beispiel hat es einen grossen Einfluss was du für ein Auto meinst. Ein neuer Audi A8 mit V12 ist natürlich in der Amortisation und in den Unterhaltskosten wesentlich höher als ein 5-Jähriger VW Golf mit sparsamen 4-Zylinder.
Für mich ist das Auto im Endeffekt sicher teurer, allerdings ist es mir das Wert. Wenn ich kein Auto hätte, könnte ich Freitag / Samstag nicht in den Ausgang, könnte meinen Beruf nicht so erfüllen, wie ich das will, hätte einen schmerzvollen Verlust von Komfort und wäre weniger Flexibel.
Wenn ich dann noch einrechne, dass ich im Auto fünf komfortable Sitzplätze + grosser Kofferraum habe (bei meinem, Audi S6 Kombi) und im Zug eigentlich nur einen Transportschein, zahle ich gerne mehr fürs Auto ;)
-Spass: Zum Schluss, Autofahren macht einfach Spass!
Basierend auf diesen Faktoren, sehe ich für mich keinen Sinn, ÖV's zu benützen.
Gruss, GB.
Beim Freizeitverkehr sehe ich es so: diese ganze (Wochenende-) Verkerhr hat die heutigen Ausmasse angenommen, weil die Mobilität generell zu billig ist. Klar, diesen Luxus, fast zum Nulltarif mal schnell irgendwo hinzufahren, das möchte niemand aufgeben. Das wir (ich schliesse mich mit ein) dabei unsere Lebensgrundlage, die Erde, zerstören, vergessen viele, offenbar auch du.
Stell mir ein Auto hin, was ich mit Strom / Wasserstoff / was auch immer fahren kann, den Komfort bietet wie mein aktuelles und gute Fahrleistungen hat. Ich zögere keine Sekunde und kaufe das Ding, und bin bereit da auch wesentlich mehr zu bezahlen.
Zum Nulltarif fährt ja keiner Auto, ich zahle auch einige tausend Franken im Jahr. Und auch wenn das Benzin nun 2.50 kostet und es keine brauchbare Alternative gibt (für meine Anforderungen) würde ich weiter machen wie gehabt.
Und hier noch eine Anregung: Klar, ich kann auch sagen ich gehe am Wochenende nicht noch in eine Bar mit Kollegen etwas trinken, der Umwelt zuliebe. Das heisst dann allerdings, dass auch das Gastgewerbe Umsatzeinbussen erleidet, wenn sich dieser Trend durchsetzen würde. Darum sehe ich den Sinn von Fussgängerzonen (wie etwa in Biel zwischen Guisan- und Zentralplatz, wo alle 30 Sekunden Bus, Taxi oder Polizei durchfährt) nicht wirklich ein. Teilweise sinnvoll, aber häufig mit vielen Nachteilen verbunden.
Mit den ÖV wäre es nicht möglich wegzugehen, da ich auch mal länger als bis 22 Uhr bleiben möchte...
Davon zu reden, dass ich mit meinen 13l Verbrauch unsere Lebensgrundlage zerstöre, finde ich doch etwas übertrieben. Einen Blick auf Asien werfen, Kohlekraftwerke, verdreckte Industrie, stark zunehmender Verkehr und vieles mehr. Oder Waldbrände und die Abholzung von Wälder? Das schadet wirklich!
Ich bin von der Politik etwas enttäuscht. Natürlich ist es einfach auf den Autofahrer zu zeigen und zu sagen "DU bist schuld". Aber bringen tut das nichts. Über die wirklich wichtigen Dinge wird hauptsächlich geredet, aber Taten folgen nicht, zumindest soweit ich weiss.
Dafür werden sog. Verkehrsberuhigungsmassnahmen erfunden. Auf dem Weg zur Autobahn fahre ich jeden morgen durch eine solche Einrichtung, früher konnte ich da mit 80-100km/h durchfahren. Jetzt muss ich von 80 auf 40 runter, um dann wieder auf 80 zu beschleunigen. Klar - diese Massnahme ist ökologisch sehr sinvoll.
Ein bisschen Verständnis seitens der Grünen und Linken Parteien wäre hier auch angebracht. Eine solche Massnahme bringt eigentlich nichts, ausser Ärger.
Preiserhöhungen schmerzen mich nicht wirklich. Ich bin sehr froh, das so sagen zu können. Allerdings gibt es andere Leute, die auf das Auto angewiesen sind, damit sie Geld verdienen können (Handwerker etc.) und sowieso nur knapp durchkommen. Wenn dort dann das Benzin plötzlich 50 Rappen mehr kostet, kann das gravierende Auswirkungen haben. Und die meisten die so drin sind, könnten sich kein neues umweltschonendes Auto leisten (abgsehen davon dass die eh Mangelware sind).
Ich bin der Meinung, dass es nicht sinnvoll ist die Autofahrer zu bestrafen. Viel sinnvoller ist es eben ein Anreizsystem zu schaffen umweltfreundliche Autos zu kaufen - geringere Steuern, mitfinanzierung des neuen Autos durch den Staat, etc.
Und anstelle dass man Geld investiert teure Bestrafungssysteme zu kreieren könnte man das Geld lieber in Forschung stecken und eine Vorreiterrolle übernehmen.
Was wäre zum Beispiel, wenn sich die Eidgenossenschaft darum bemühen würde, Hersteller wie TESLA (www.teslamotors.com) in die Schweiz zu ziehen? Das wäre marketing- und umwelttechnisch für die Schweiz sicher nicht schadhaft.
Zum Tesla: Wäre eine tolle Alternative für die Fahrt ins Geschäft, könnte ich mich begeistern für!
Wie du siehst, ich bin nicht der ignorante und arrogante Typ, der sich einen Dreck um die Umwelt schert. Ich störe mich lediglich daran, dass man jetzt einfach auf den Autofahrern rumreitet.
Teilweise habe ich auch das Gefühl, dass der Neid eine Rolle spielt.
Gruss, GB.