Bisher hat man die Stadtplanung fast gänzlich auf die Autos und den öffentlichen Verkehr ausgerichtet. Es ist aber Fakt, dass Velofahrer andere Anforderungen stellen. Häufig anzutreffende Hindernisse für Velofahrerinnen sind z.B. folgende:
- Schlaglöcher
- hügeliger Strassenbelag, besonders aussen rechts
- Ausbesserung des Strassenbelags mit Kies
- Ampeln, deren Sensoren Velofahrer nicht erkennen
- keine grünen Wellen oder zu kurze Grünphasen
- zu enge Fahrbahn in Quartierstrassen, die das Kreuzen erschweren
- versetzte Parkplätze, welche die Übersicht einschränken
- unübersichtliche Kreuzungen
Wichtig ist nämlich folgendes zu wissen: Velofahrer fahren anders als Auto- oder Motorradfahrer. Der offensichtlichste Unterschied liegt im Antrieb. Während es für die motorisierten Verkehrsteilnehmer nur weniger kleiner und nicht allzu anstrengender Bewegungen benötigt, um wieder zu beschleunigen.
Doch als Velofahrer muss man erst wieder auf "Reisegeschwindigkeit" kommen. Normalerweise ja eigentlich kein Problem, aber wenn das zu häufig passiert, dann wird es anstrengend und viele Leute empfinden das auch als grosses Hindernis.
Kreuzungen sind gerade für Zweiradlenker, aber auch andere Teilnehmer des Langsamverkehrs wie Fussgänger, immer kritisch. Es braucht viel
Aufmerksamkeit und weil die Autos nunmal viel grösser sind, werden sie auch weniger
übersehen - von Trams gar nicht zu sprechen.
Gerade Quartierstrassen werden oft nur mit einer Schicht aus flüssigem Teer und Kies ausgebessert. Garantiert eine kostengünstige und effektive Methode, aber für Zweiradfahrer eher nervig, weil die Reibung stark erhöht wird und selbst trainierte Waden die zusätzlich nötigen Watt spüren.
Damit also das Velo zur echten Alternative wird, muss dringend auch auf solche Punkte geachtet werden. Natürlich ist es an vielen Orten nicht möglich, wie beispielsweise in Innenstädten, die Architektur komplett umzukrempeln. Dennoch dürften kleine aber feine Veränderungen sicher für den Langsamverkehr sprechen.